
Basketball und mehr
Fotografien von Sportplätzen? Ist das jetzt nur etwas für einschlägige Sportsfreunde oder können solche Bilder mehr erzählen? Diese Frage würde der US-amerikanische Fotograf Sean Hemmerle (* 1966) mit einem klaren „Ja!“ beantworten. Gelegenheit zur Überprüfung bietet derzeit eine Soloschau des international vielfach ausgezeichneten Künstlers in der Kölner Galerie Julian Sander, stets fotografisch hoch engagiert.
Der Begriff Sportplatz nun muss präzisiert werden, der Titel „Hoops“ hilft dem Laien da auch nicht unbedingt weiter. Also: Hoops bezeichnet im englischen Sprachraum beim Basketballspiel den vor einer Rückplatte hoch montierten Korb, in welchen es den Ball zu platzieren gilt. Der Begriff meint kurzerhand aber auch das ganze Spiel. Hemmerle ist diesem Thema schon seit mehr als zwei Jahrzehnten auf der Spur. Und immer setzt er Mast oder Mauer mit dem daran befestigten Korb frontal und mittig ins Bild, so dass eine förmliche Typologie von stets menschenleeren Spielfeldern entsteht – ganz im Sinne des legendären Düsseldorfer Dokumentaristenduos Bernd und Hilla Becher, hier allerdings grundsätzlich farbig. Gerade aber bei dieser Serienhaftigkeit fallen die ortsspezifischen Unterschiede ins Auge, denn der Fotograf streifte durch das ländliche wie städtische Amerika, durch Kanada, Europa und Länder des Mittleren Osten. Das Spiel ist für ihn ein gelassen kulturelle und politische Grenzen überspringender, erfolgreicher Kulturexport.
Sean Hemmerle. Hoops
21.2. – 18.4.2026
Galerie Julian Sander
Bonner Str. 82, D-50677 Köln
Tel.: +49-221-1705070
Mi – Fr 10 – 18 Uhr, Sa 12 – 16 Uhr
Eintritt frei
www.galeriejuliansander.de