
Zwiegespräch in Braunschweig
Während Angelika Platen (* 1942) mit ihren Porträts und Atelieraufnahmen der Kunstszene in den 1960er- und 1970er-Jahren längst selbst fester Bestandteil der internationalen Gegenwartskunst ist, zählt Elina Brotherus (* 1972) mit ihren fotografischen wie filmischen Werken zu den wichtigsten zeitgenössischen finnischen Künstlerinnen. In einer dialogischen Doppelausstellung lässt sich nun in den Bildkosmos der beiden Künstlerinnen eintauchen, die sich in divergenter Weise doch auf das gleiche Thema fokussieren: Befragungen und Erkundungen von Identitäten und die Symbiose von Kunst und Gesellschaft.
Die als Bildchronistin bekannte Platen nutzt dabei vornehmlich das klassisch tradierte Medium der Porträtfotografie, wobei ikonische Dokumente wie das Selbstporträt gemeinsam mit Sigmar Polke, „Zwei im Spiegel“ (1972), oder Hanne Darboven (2002) entstanden. Elina Brotherus hingegen nutzt Film, Video und Fotografie für ihre spielerischen Selbstinszenierungen.
Sowohl Angelika Platen als auch Elina Brotherus befassen sich dabei mit dem Porträt im Kontext von Fluxus und Konzeptkunst: Platen dokumentiert in seriellen Werkgruppen die Aktionen von Joseph Beuys, dem in der Ausstellung ein eigener Raum gewidmet wird, und zeigt das Porträt als Teil künstlerischer Praxis und Performance. Brotherus hingegen nähert sich Beuys metaphorisch: Sie übersetzt Motive und Symbole seines Werks in eigene Bildräume. Durch dokumentarischen (Platen) wie intuitiven Zugang (Brotherus) erweitern beide Künstlerinnen den Porträtbegriff nachhaltig.
Elina Brotherus, Angelika Platen. Doppelleben
21.2. – 19.4.2026
Museum für Photographie
Helmstedter Str. 1, D-38102 Braunschweig
Di – Fr 13 – 18 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr
Eintritt: 5 €, erm. 3 €
www.photomuseum.de