Kunst direkt ins Postfach

Der kunst:letter – jeden Montag & Donnerstag

  • Ausstellungen
  • Kunstnews
  • Presseschau

Mit der Anmeldung erklären Sie sich mit unserer Datenschutzerklärung einverstanden.

Fast geschafft!

Wir haben Ihnen eine E-Mail mit einem Bestätigungslink geschickt. Bitte klicken Sie auf den Link, um Ihre Anmeldung abzuschließen.

Keine E-Mail erhalten?Schauen Sie bitte auch in Ihren Spam-Ordner.

Strafanzeige wegen Anne-Frank-Bild im Fluxus+

Vorwürfe gegen Fluxus+

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft hat die Verantwortlichen des Museums Fluxus+ angezeigt. Das umstrittene Gemälde zeigt Anne Frank mit einer palästinensischen Kufiya.

Volker Beck erstattete am Dienstag Strafanzeige wegen des Verdachts der Holocaust-Verharmlosung gegen die Kuratoren und Ausstellungsmacher des privaten Museums in der Potsdamer Schiffbauergasse, wobei er den Künstler Costantino Ciervo bewusst ausnahm, da dieser sich auf die Kunstfreiheit berufen könne. Die Staatsanwaltschaft Potsdam bestätigte den Eingang der Anzeige, äußerte sich aber nicht zu deren Inhalten.

Das Porträt, das Anne Frank mit einer roten Kufiya um die Schultern und einem iPad in den Händen zeigt, ist Teil der seit Mitte November laufenden Ausstellung „COMUNE – Das Paradox der Ähnlichkeit im Nahostkonflikt“. Beck argumentiert, das Werk ignoriere die Verfolgungsbedingungen im Holocaust und verhöhne durch Banalisierung das Leiden der Opfer, zumal die Bildaussage suggeriere, die Palästinenser würden von den Israelis behandelt wie Anne Frank von den Nationalsozialisten.

Museum lehnt Abhängen des Bildes ab

Geschäftsführer Tamás Blénessy bezeichnete die Anzeige als Einschüchterungsversuch und schloss einen inhaltlichen Eingriff in die Ausstellung kategorisch aus. Als Kompromiss brachte das Museum Ende November ein erklärendes Statement neben dem Bild an, das Anne Franks Andenken als universelles Symbol gegen Gewalt einordnet.

Die israelische Botschaft in Deutschland hatte das Werk bereits als Holocaust-Relativierung kritisiert, während Kai Diekmann vom Freundeskreis Yad Vashem von zynischer Geschichtsverfälschung sprach. Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner hatte zuvor vergeblich gefordert, das Bild abzuhängen. Die Ausstellung des italienisch-deutschen Medienkünstlers läuft noch bis zum 1. Februar 2026.

Anzeige
Anzeige