Kunst direkt ins Postfach

Der kunst:letter – jeden Montag & Donnerstag

  • Ausstellungen
  • Kunstnews
  • Presseschau

Mit der Anmeldung erklären Sie sich mit unserer Datenschutzerklärung einverstanden.

Fast geschafft!

Wir haben Ihnen eine E-Mail mit einem Bestätigungslink geschickt. Bitte klicken Sie auf den Link, um Ihre Anmeldung abzuschließen.

Keine E-Mail erhalten?Schauen Sie bitte auch in Ihren Spam-Ordner.

US-Senat ebnet Weg für neue Welle von NS-Raubkunst-Klagen

Der US-Senat hat einstimmig ein Gesetz verabschiedet, das Holocaust-Erben die Rückforderung geraubter Kunst erleichtert. Museumsverbände fürchten eine Klagewelle.

Der Holocaust Expropriated Art Recovery Act 2025 passierte am 10. Dezember den Senat und wartet nun auf die Zustimmung des Repräsentantenhauses. Das Gesetz beseitigt mehrere juristische Verteidigungsstrategien, auf die sich Museen bislang stützen konnten, darunter die Einrede der Verzögerung bei Klageerhebung sowie den Verweis auf ausländische Gerichtsbarkeit. Zudem wird die ursprüngliche Befristung des Vorgängergesetzes aufgehoben, das Ende 2026 ausgelaufen wäre.

Die Association of Art Museum Directors hatte zuvor gegen die Verschärfungen lobbyiert und vor einem gefährlichen Präzedenzfall gewarnt. Jüdische Organisationen hingegen begrüßten das Votum. Die World Jewish Restitution Organization hatte im September einen Bericht veröffentlicht, wonach US-Museen bei der Provenienzforschung erhebliche Defizite aufweisen und schätzungsweise über 100.000 möglicherweise geraubte Objekte beherbergen.

Bereits jetzt häufen sich die Verfahren. Im Oktober verklagten Erben eines Münchner Ehepaars das Metropolitan Museum wegen eines Van-Gogh-Gemäldes, während das Art Institute of Chicago gegen eine Rückgabeanordnung für eine Schiele-Zeichnung aus der Sammlung des in Dachau ermordeten Kabarettisten Fritz Grünbaum in Berufung ging.

Anzeige
Anzeige