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BRAFA 2026: Brüssels älteste Kunstmesse wächst auf 147 Galerien

Brafa Art Fair | 25. Januar – 1. Februar 2026

Pieter Brueghel the Younger (Brussels 1564-1638 Antwerp). The Payment of the Tithe or the Village Lawyer, 1622

Von der Antike bis zur Gegenwart, von flämischen Meistern bis zu brasilianischem Design – die BRAFA pflegt seit ihrer Gründung 1956 das Prinzip des Cross-Collecting, also die bewusste Kombination von Werken unterschiedlicher Epochen und Gattungen. In diesem Jahr präsentieren 147 Galerien aus 19 Ländern ihre Bestände in den Hallen der Brussels Expo am Heysel, wobei Belgien erwartungsgemäß am stärksten vertreten ist, gefolgt von Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und der Schweiz.

Unter den 19 Neuausstellern finden sich einige prominente Namen: Die international tätige Galerie Almine Rech mit Standorten in Brüssel, Paris, London, New York und Shanghai feiert ihre BRAFA-Premiere, ebenso wie die Brüsseler Institution Galerie Greta Meert, die seit Jahrzehnten auf Minimal Art und Konzeptkunst spezialisiert ist. Aus New York kommt die Martos Gallery mit Keith-Haring-Expertise, während Vagabond Antiques aus dem englischen Petworth Antiquitäten vom 2. bis ins 19. Jahrhundert mitbringt. Erstmals sind auch Galerien aus Brasilien vertreten, darunter Martins&Montero und Galeria Bessa Pereira.

Ein möglicher Rubens sorgt für Aufsehen

Das wohl meistdiskutierte Werk der diesjährigen Ausgabe stammt vom belgischen Kunsthändler und BRAFA-Vorsitzenden Klaas Muller selbst. Das Gemälde „Bearded old man, looking down to his left“ aus der Zeit um 1609 enthält ein verstecktes optisches Phänomen: Dreht man das Bild um, erscheint ein Frauengesicht. Muller erwarb das Werk vor drei Jahren bei einer nordeuropäischen Auktion für unter 100.000 Euro, wo es lediglich als anonyme Studie der „Flämischen Schule“ katalogisiert war. Die Zuschreibung an Peter Paul Rubens wird von Ben van Beneden, dem ehemaligen Direktor des Rubenshauses in Antwerpen, unterstützt, zumal die dargestellte Figur auch in Rubens‘ Apostel-Serie im Museo del Prado erscheint. Die BRAFA 2026 wird die erste öffentliche Präsentation dieses Werks sein.

Weitere Spitzenwerke umfassen eine charakteristische Zeichnung von Keith Haring aus dem Jahr 1981 bei der Martos Gallery, Kim Tschang-Yeuls meditative „Water Drops“ von 1982 bei der Boon Gallery, eine Kota-Reliquiarfigur aus dem 19. Jahrhundert bei Dalton Somaré sowie ein flämisches Triptychon mit Kreuzigung um 1500 bei Jan Muller Antiques. Bei Grusenmeyer-Woliner erwartet Besucher zudem einer der vollständigsten juvenilen Triceratops-Schädel weltweit – „Baby Jane“ aus der Hell Creek Formation in South Dakota.

Schweizer Galerien in Brüssel

Mehrere Galerien aus der Schweiz bereichern die diesjährige BRAFA mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die in Genf beheimatete Galerie De Jonckheere, ein langjähriger Aussteller der Messe, bringt flämische Alte Meister nach Brüssel und setzt zugleich auf den Dialog mit moderner Kunst – 2026 etwa mit einem Highlight aus dem Umfeld Pieter Brueghels d. J.

Die Zürcher Galerie von Vertes zeigt Moderne und zeitgenössische Kunst, darunter ein Werk von Pierre Soulages (Peinture, 4. Mai 2004), und führt Künstler wie Josef Albers, Yayoi Kusama und Gerhard Richter im Programm.

Die Tessiner Repetto Gallery aus Lugano wiederum ist auf italienische Nachkriegskunst sowie Arte Povera und Land Art spezialisiert; für die BRAFA 2026 kündigt sie u. a. Arbeiten von Valerio Adami, Christo, Giorgio de Chirico, Jean Dubuffet, Max Ernst, Kurt Schwitters und Victor Vasarely an.

Die Genfer CKS Gallery, neu im BRAFA-Line-up 2026, zeigt in Brüssel eine Auswahl von Impressionismus über Nachkriegskunst bis Gegenwartskunst – u. a. mit einem Victor-Vasarely-Highlight („Syrom“, 1956–59).

König-Baudouin-Stiftung feiert doppeltes Jubiläum

Als Ehrengast fungiert die König-Baudouin-Stiftung, die sowohl ihr 50-jähriges Bestehen als auch eine 20-jährige Partnerschaft mit der BRAFA begeht. Am erweiterten Stand präsentiert die Stiftung Meisterwerke aus ihrer Sammlung, darunter Pol Burys kinetisches Schmuckstück „Bracelet Boules“ von 1968, Evelyne Axells Pop-Art-Gemälde „L’égocentrique 2″ aus demselben Jahr sowie kostbare Brüsseler Nadelspitze aus der Zeit um 1860. Ein besonderes Erlebnis bietet die tägliche Live-Restaurierung eines kürzlich erworbenen Gemäldes von Willem Key zwischen 11 und 14 Uhr.

Die Messe deckt mehr als 20 Disziplinen ab, von Alten Meistern und Impressionismus über Tribal Art und islamische Kunst bis zu Design des 20. und 21. Jahrhunderts. Etablierte Teilnehmer wie Axel Vervoordt, Colnaghi, TEMPLON und Patrick Derom Gallery garantieren die bewährte Qualitätsmischung, während über 80 internationale Experten vor Messebeginn Authentizität und Provenienz jedes angebotenen Objekts prüfen.

Die BRAFA 2026 öffnet am 25. Januar für das allgemeine Publikum und läuft bis zum 1. Februar, wobei am 29. Januar eine Nocturne bis 22 Uhr stattfindet. Der Einzeleintritt kostet 35 Euro, Besucher zwischen 16 und 26 Jahren zahlen 12 Euro. Die neu gestaltete Halle 8 dient als Gastronomiebereich mit Brasserie, Oyster Bar und italienischem Restaurant.

BRAFA Art Fair
25.1. – 1.2.2026 (26.1.2026 nur auf Einladung)
Brussels Expo (Hallen 3, 4 & 8)
Place de Belgique
B-1020 Brüssel
Tel.: +32-2-5134831
Di – So 11 – 19 Uhr, Do 11 – 22 Uhr
Eintritt: 35 €, erm. 12 €
www.brafa.art

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