Kunst direkt ins Postfach

Der kunst:letter – jeden Montag & Donnerstag

  • Ausstellungen
  • Kunstnews
  • Presseschau

Mit der Anmeldung erklären Sie sich mit unserer Datenschutzerklärung einverstanden.

Fast geschafft!

Wir haben Ihnen eine E-Mail mit einem Bestätigungslink geschickt. Bitte klicken Sie auf den Link, um Ihre Anmeldung abzuschließen.

Keine E-Mail erhalten?Schauen Sie bitte auch in Ihren Spam-Ordner.

SPARK Art Fair legt 2026 eine Pause ein

Nur zwei Tage nach dem Aus für die Viennacontemporary kündigt auch die SPARK Art Fair Vienna an, im kommenden Jahr zu pausieren. Wien steht damit 2026 ohne seine beiden führenden Messen für zeitgenössische Kunst da.

Die Veranstalter der SPARK gaben am Sonntag bekannt, dass die ursprünglich vom 19. bis zum 22. März 2026 in der MARX HALLE geplante fünfte Ausgabe nicht stattfinden wird, wobei Geschäftsführer Niclas Schmiedmaier die Entscheidung mit einer „Phase der inhaltlichen und strategischen Weiterentwicklung“ begründete. Die Messe wolle sich die Zeit nehmen, um gemeinsam mit Politik, Ausstellern, Künstlern, Sammlern und Institutionen den Kunststandort Wien neu zu denken, heißt es in der Mitteilung, zumal nur im Dialog starke Plattformen für Galerien geschaffen werden könnten.

Die Ankündigung kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da am vergangenen Freitag bereits das Ende der Viennacontemporary bekannt wurde. Die seit 2006 unter wechselnden Namen aktive Messe kämpfte zuletzt mit Verlusten von über drei Millionen Euro und erheblichen Mietrückständen bei der Messe Wien. Geschäftsführer Markus Huber hatte erklärt, das Format sei unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht mehr finanzierbar.

Pause nach Rekordjahr

Die Entscheidung der SPARK überrascht insofern, als die Messe zuletzt ihre erfolgreichste Ausgabe verzeichnete. Im März 2025 kamen rund 22.000 Besucher in die MARX HALLE, wo 90 Galerien aus 20 Ländern ausstellten. Damit übertraf die vierte Ausgabe die Vorjahresergebnisse von 20.000 Besuchern deutlich und setzte den Wachstumskurs fort, den die Messe seit ihrer Gründung 2021 eingeschlagen hatte.

Die SPARK wurde von Renger van den Heuvel ins Leben gerufen, der zuvor als Managing Director die Viennacontemporary geleitet hatte. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist das konsequente Solo-Konzept, bei dem jede Galerie ausschließlich eine künstlerische Position präsentiert und alle Stände identische Größe haben. Dieses demokratische Modell unterscheidet die Messe von klassischen Kunstmessen mit ihren hierarchischen Standgrößen.

Bereits 2023 hatte die SPARK eine Ausgabe absagen müssen, nachdem van den Heuvel die Messe im Streit mit Miteigentümer Herwig Ursin verlassen hatte. Als Gründe wurden damals Interessenskonflikte innerhalb der Wiener Kunstszene genannt. Van den Heuvel gründete daraufhin die STAGE Bregenz im Festspielhaus, die ebenfalls 2026 pausiert.

Globale Konsolidierung

Die Wiener Entwicklung steht in einem internationalen Trend, denn der globale Kunstmarkt verzeichnete laut dem Art Basel/UBS Report 2025 einen Rückgang um zwölf Prozent auf 57,5 Milliarden Dollar. Verkäufe über zehn Millionen Dollar brachen um 39 Prozent ein. Clare McAndrew, Autorin des Reports, spricht von einer Phase der Konsolidierung und Rekalibrierung. Auch die traditionsreiche ADAA Art Show in New York sagte vergangenes Jahr erstmals seit Jahrzehnten eine Ausgabe ab und kehrt 2026 unter neuem Namen zurück.

Martin Janda, Obmann des Verbands Österreichischer Galerien, hatte angesichts der Viennacontemporary-Krise bereits angemerkt, dass die Vielzahl an Kunstmessen in Wien unübersichtlich sei und weniger, aber qualitativ hochwertige Veranstaltungen nötig wären. Ob die SPARK 2027 wie angekündigt zurückkehrt, wird davon abhängen, wie erfolgreich der angekündigte Stakeholder-Dialog verläuft.

Anzeige
Anzeige