
Neuaufstellung
Das Museum für angewandte Kunst Wien geht in seiner Schausammlung zur Epoche Wien 1900 einen neuen Weg. Gemeinsam mit dem österreichischen Künstler Markus Schinwald verlässt man die Idee einer chronologischen Ausstellung und lässt sich von der Ideengeschichte, also der Theorie der damaligen Zeit lenken. Damit soll die Zeit um 1900 insbesondere in Wien neu entdeckt werden. Gerade in dieser Zeit der Wirren, in denen sich die Herrschaftsform in einem steten Veränderungsprozess befand, aber auch Bürger und Wirtschaft sich wandelten, kann eine chronologische Sicht von Kunst und Kultur und deren theoretischem Überbau ablenken.
Obgleich Wien kulturell zwischen 1890 und 1910 eine beispiellose Pracht entwickelte und damit einen rauschhaften Höhepunkt erlebte, war es doch auch eine Zeit, an deren Horizont sich bedrohliche Szenarien anbahnten. Die Monarchie sollte enden, das Reich der Doppelmonarchie wie ein Kartenhaus zusammenfallen und die Bedeutung im europäischen Zusammenspiel der Mächte fast auf Null sinken.
Zweierlei aber bleibt Österreich aus dieser Zeit erhalten: Die Kunst und Kultur jener Jahre und die damit einhergehenden Ideen und Theorien, die mit dem prächtigen Wien jener Jahre auf immer verbunden bleiben. Ziel des MAK Wien ist es nun also, die Objekte der Ausstellung nicht in ein zeitliches Korsett zu schnüren, sondern in filmsetartige Szenarien. Die Highlight-Objekte sollen so auch zeitübergreifend bis in die Gegenwart in neue Kontexte gesetzt werden.
Wien 1900 – Alltag. Gesamtkunstwerk
25.2.2026 – 31.8.2030
Museum für angewandte Kunst
Stubenring 5
A-1010 Wien
Tel.: +43-1-71136248
Di 10 – 21 Uhr, Mi – So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 19 €, erm. 15,50 €
www.mak.at