
Ästhetik und Ökologie
Landschaftskunst, in der Regel handelt es sich um Gemälde oder Arbeiten auf Papier, bildet eben diese Landschaft ab, das flache Land, den Fluss, das Gebirge oder was auch immer – und gleichzeitig formuliert sie ästhetische Konzepte. Solche der bloß passiven Wahrnehmung durch den Menschen, aber auch solche, die konkrete Eingriffe leiten. Landschaftsmalerei ist also alles andere als zeitenthoben, sondern in hohem Maße auch historisch, sozial und ökologisch. Die Landschaft verändert sich ebenso wie der menschliche Blick auf sie.
„Weltbilder im Wandel“, die Ausstellung im Oldenburger Landesmuseum für Kunst & Kultur, geht diesen vielfach verschränkten Zusammenhängen nach. Anhand von Landschaftsdarstellungen aus fünf Jahrhunderten werden Verschiebungen unübersehbar: „Von Arkadien bis Anthropozän“. Bemerkenswert hier die Doppelung: Die mentale Gestimmtheit einer Epoche erzeugt spezifische künstlerische Darstellung des (landschafts-)räumlichen Umfelds und andererseits präformieren diese Darstellungen ihrerseits den Blick auf die reale Landschaft. Wer kennt das nicht: Die Wolken sehen aus „wie bei Caspar David Friedrich“ oder „wie von Emil Nolde“? Die historische Abteilung mit den traditionellen Medien wird ergänzt durch eine Reihe zeitgenössischer Blicke auf Landschaft, bei denen auch Fotografie und Videokunst zum Einsatz kommen. Und manchmal, bei Gerhard Richter etwa, kommt die Malerei auch daher als handgemalte Fotografie.
Weltbilder im Wandel
10.10.2026 – 7.2.2027
Landesmuseum Kunst & Kultur Oldenburg
Schlossplatz 1
D-26122 Oldenburg
Tel.: +49-441-40570400
Di – So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 9 €, erm. 6 €
www.landesmuseum-ol.de