CANDICE BREITZ: PONDEROSA

9.4 – 28.8.2016 | Kunstmuseum Stuttgart

Das Kunstmuseum Stuttgart präsentiert mit »Candice Breitz: Ponderosa« erstmals in Deutschland einen retrospektiven Überblick zum facettenreichen Werk von Candice Breitz (*1972 in Johannesburg, lebt in Berlin). Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Auseinandersetzung mit den komplexen Prozessen, die den Menschen in seinem jeweiligen sozialen und kulturellen Kontext prägen. Ihre bekanntesten Werke untersuchen den Einfluss populärer Massenkultur auf die Identitätsbildung des Einzelnen. Breitz arbeitet hauptsächlich mit den Medien Video und Fotografie. Ihre mehrkanaligen Videoinstallationen bestehen dabei sowohl aus Found-Footage-Montagen, bei denen die Künstlerin Sequenzen aus Musikvideos, Fernsehserien und Kinofilmen neu zusammensetzt, als auch aus Filmmaterial, das sie selbst produziert. Mit der monografischen Ausstellung »Candice Breitz: Ponderosa« beschließt das Kunstmuseum Stuttgart sein Jubiläumsjahr zum zehnjährigen Bestehen, das unter dem Motto »Kunst & Musik« stand.

Anhand von fünfzehn, oftmals raumfüllenden Installationen spannt die Ausstellung einen Bogen von den 1990er-Jahren bis heute und zeichnet so die Entwicklung von Breitz’ Schaffen nach. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Arbeiten, die sich mit der Wirkung von Popmusik und Holly-woodfilmen auf ihr Publikum beschäftigen. Fragen der Persönlichkeitsbildung, Identität und Identifikation sind hierbei von zentraler Bedeutung und stellen zudem die inhaltliche Verbin-
dung aller ausgewählter Arbeiten dar. Diese thematische Setzung spiegelt sich auch im Ausstellungstitel wider: Er verweist mit »Ponderosa« auf die fiktive Ranch in der US-amerikanischen Westernserie »Bonanza«, die zwischen 1959 und 1973 für das Fernsehen gedreht wurde. Rückblickend war die Serie für Breitz eine erste Begegnung mit den Utopien und Fantasien, die von der populären Massenkultur entworfen werden. Der nostalgische Ort Ponderosa steht vor diesem Hintergrund als Metapher für die unerfüllbaren Versprechen, die wesentlich für die Anziehungskraft und den Erfolg von Produktionen der Unterhaltungsindustrie sind.

 

Text: Kunstmuseum Stuttgart | Foto: Kunstmuseum Stuttgart
Externer Link: Kunstmuseum Stuttgart

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