IMI – Ich mit Ihm Imi Knoebel im Skulpturenpark Waldfrieden

15.7. – 3.12.217 | Skulpturenpark Waldfrieden

von Mathias Fritzsche //

Der Skulpturenpark Waldfrieden von Tony Cragg ist schon lange kein Geheimtipp mehr – dafür ist er inzwischen zu bekannt und zu erfolgreich. Die Liste der Künstler, die in Wuppertal im wunderschönen Park oder in den neuen Ausstellungshallen des Skulpturenparks gezeigt wurden, ist lang und voller berühmter Bildhauer: Henry Moore, Stephan Balkenhol, Jean Tinguely, Bruce Nauman, Richard Long und Edouardo Chillida, um nur einige Namen zu nennen. Daneben gibt Tony Cragg auch immer wieder weniger bekannten Bildhauern ein Podium. Derzeit hat er einen Künstler eingeladen, der besonders für seine Bilder bekannt ist, jedoch seit seinem Studium auch Bildhauer ist: Imi Knoebel.

Der Silvester 1940 in Dessau geborene Imi Knoebel studierte in den 1960er Jahren bei Beuys in der Kunstakademie Düsseldorf. Dort bildete er mit Blinky Palermo, Katharina Sieverding und Imi Giese (er und Knoebel haben den Vornamen Imi gemeinsam als Künstlernamen angenommen) die Minimal-Art-Fraktion, der Imi Knoebel inhaltlich bis heute treu geblieben ist. Der viermalige documenta-Teilnehmer (5, 6, 7 und 8) kann auf eine Vielzahl von Ausstellungen in namhaften Museen zurückblicken. Eine seiner ersten größeren Ausstellungen hatte Imi Knoebel in der Kunsthalle Düsseldorf 1972, direkt nach seiner ersten documenta.

Noch während des Studiums hat er eines seiner ersten Werke als Bildhauer gemacht, zugleich ist es auch eines seiner bekanntesten. Die Klasse Beuys befand sich in der Düsseldorfer Akademie in Raum 20, den Raum 19 überließ Beuys Knoebel, Giese, Blinky Palermo und Immendorf, um dort zu arbeiten. Hier entstand dann Knoebels legendäre installative Skulptur „Raum 19“, die er immer wieder – in veränderter Form – zeigt, so zum Beispiel 2015 bei seiner großen Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg oder auch jetzt im Skulpturengarten Waldfrieden. Die Skulptur besteht aus Keilrahmen, Tafeln und naturbelassenen Holzfaserplatten – alles, was Imi Knoebel potentiell für seine Bilder braucht. Geschichtet, gestapelt, aneinander gelehnt bilden die Holzteile einen großen Komplex in verschiedenen Abstufungen. Wäre „Raum 19“ bunt, dann wäre es wie seine Bilder, nur eben dreidimensional.

Weitere Skulpturen von Imi Knoebel sind aus Fundstücken gemacht, wie zum Beispiel „Eigentum Himmelreich“: Steine, Rohre, Bleche und vor allem eine Leiter bilden diese Skulptur, die seinem Freund Imi Giese gewidmet ist, der 1974 verstorben ist.

Auch wenn Imi Knoebel für seine Bilder bekannter ist als für seine Skulpturen, so treffen sich bei ihm letztlich Bildhauerei und Malerei häufig, gehen doch auch viele seiner Bilder in mehreren Schichten in den Raum hinein und sind somit alles andere als wirklich flach.

Text aus der kunst:art 56

Imi Knoebel – Bilder
15.7. – 3.12.2017
Skulpturenpark Waldfrieden
Hirschstr. 12
D-42285 Wuppertal
Tel.: +49-202-47898120
Di – So 10 – 19 Uhr
Eintritt: 12 €, erm. 9 €
www.skulpturenpark-waldfrieden.de

Über Mathias Fritzsche 78 Artikel
Ein Thema jagt das nächste: Der Wochengipfel hält ein oder zwei Themen fest und bringt sie in Erinnerung. Was war vergangene Woche so wichtig, dass man Schnappatmung bekam und ist diese Woche dennoch schon vergessen? Oder über welche Nachricht hat man sich so gefreut, dass man auf den Balkon ging und die Nachricht für die ganze Welt in den Abendhimmel geschrien hat?

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