Vertreterin der reinen Malerei ausgezeichnet. – Pia Fries mit dem Gerhard-Altenbourg-Preis 2017 geehrt

bis zum 18.2.2018 | Lindenau-Museum

Pia Fries, corpus transludi A8, 2017. Foto: Hans Bändli. VG Bild-Kunst.

 

von Nadja Naumann //

 

Seit 1998 wird der Gerhard-Altenbourg-Preis alle zwei Jahre verliehen, der mit zu den wichtigsten Kunstpreisen des deutschsprachigen Raums gehört und 2017 zum zehnten Mal vergeben wurde. Mit der Schweizer Künstlerin Pia Fries erhielt erstmals eine Frau die begehrte Auszeichnung. Das Lindenau-Museum in Altenburg hat das zehnjährige Jubiläum zum Anlass genommen, die bisherigen Preisträger und ihre Ausstellungen noch einmal Revue passieren zu lassen. Für Kunstfreunde ist das natürlich eine wunderbare Gelegenheit, die Werke der ausgezeichneten Künstler noch einmal zu sehen.

Mit dem Preis werden traditionell immer Künstler geehrt, die sich wie Gerhard Altenbourg (1926 – 1989) erkennbar mit Philosophie, Literatur, Natur und Kunst in einer reflektierten Verbindung von Gegenwart und Geschichte in ihren Arbeiten und Werken auseinandersetzen. Da sind zum einen die erkenntnistheoretischen Collagen von Carlfriedrich Claus (1930 – 1998), der Existenzialismus des französisch-polnischen Künstlers Roman Opalka (1931 – 2011) und zum anderen die auf Geschichte und Mythos beruhende Bildsprache des Amerikaners Cy Twombly (1928 – 2011). Zu den weiteren Preisträgern zählen Walter Libuda, Lothar Böhme, Olaf Holzapfel, Micha Ullman, Markus Rätz und Michael Morgner. Es sind alles Künstler, denen ihre eigene Unabhängigkeit wichtig war und ist. In der aktuellen Ausstellung werden die Arbeiten von jeweils zwei Künstlern gegenübergestellt. Doch nicht nur die Werke der ausgezeichneten Kreativen werden im Lindenau-Museum gezeigt, eine Fotodokumentation erinnert auch an die Präsentationen der Ausgezeichneten.

Doch zurück zur ersten Frau, die den Preis im vergangenen Jahr erhielt. Die in der Schweiz geborene Pia Fries studierte von 1977 bis 1980 an der Kunstgewerbeschule Luzern und wechselte dann an die Kunstakademie Düsseldorf. Hier studierte sie von 1980 bis 1986 Malerei und schloss als Meisterschülerin bei Gerhard Richter die Ausbildung ab. Sie erhielt einen Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf und Professuren an der Kunstakademie Karlsruhe sowie an der Universität der Künste Berlin. Seit 2014 lehrt Pia Fries als Professorin für Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München. Ihre Arbeiten sind in namhaften nationalen und internationalen Sammlungen vertreten und die Künstlerin wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Fred-Thieler-Preis der Berlinischen Galerie und dem Kunst- und Kulturpreis der Stadt Luzern. In Altenburg sind jetzt neben neuen Arbeiten Werkgruppen aus den letzten drei Jahrzehnten zu sehen. In einer Bildserie beschäftigte sich Pia Fries ausgesprochen intensiv mit dem Werk der Naturforscherin und Künstlerin Maria Sibylla Merian (1647 – 1717). Dabei verwendete sie Fragmente aus Merians Bildern. Ein Schwerpunkt der Schau liegt auf dem zeichnerischen Werk von Pia Fries. Gefördert wird der Gerhard-Altenbourg-Preis großzügig von der Thüringer Staatskanzlei, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Sparkasse Altenburger Land.

 

Vier Winde – Pia Fries
außerdem: Preisträger 1998 – 2017
bis zum 18.2.2018, Lindenau-Museum
Gabelentzstr. 5, D-04600 Altenburg/Thüringen
Tel.: +49-3447-89553
Di – Fr 12 – 18 Uhr, Sa + So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 6 €, erm. 4 €
www.lindenau-museum.de

 

Text aus der kunst:art 59

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