Rheinische Göttinnen

01.03.2021 - 31.12.2021 | Frauenmuseum Bonn

Direktorin Marianne Pitzen zwischen ihren Matronen, Foto Frauenmuseum Bonn

Junge Frau, Mutter und alte Frau – in dieser Trinität sind sie häufig auf Votivsteinen und Altären zu finden: Die Matronen (aus dem Lateinischen: matrona = Familienmutter, vornehme Dame). Es handelt sich bei diesen Darstellungen um Muttergottheiten der germanischen und keltischen Religion. Verehrt wurden sie in der ehemaligen römischen Provinz Niedergermanien jedoch gleichermaßen von allen Schichten der einheimischen Bevölkerung und der römischen Besatzung.

Anlässlich seines 40. Geburtstags widmet das Frauenmuseum Bonn diesem Thema eine umfassende Ausstellung; zu sehen sind einige originale Objekte aus der Römerzeit sowie ergänzende Repliken. So werden jene Göttinnen erfahrbar gemacht, deren Verehrung heute mit über achthundert ihnen gewidmeten Steinen aus dem 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. dokumentiert ist. Die Exponate werden in Bonn von Informationstexten und Abbildungen flankiert. Außerdem verdeutlicht ein begehbarer Grundriss des Bonner Münsters die Fundstellen zahlreicher Matronensteine.

Darüber hinaus treten die Zeugnisse aus der Römerzeit in einen Dialog mit der Gegenwart: Marianne Pitzen, Künstlerin und Leiterin des Frauenmuseums, sowie verschiedene weitere Künstlerinnen steuern ihre zeitgenössische Interpretation der antiken Bildwerke bei. Pitzen entwickelt Papiermatronen mit jeweils individuellem Ausdruck, die Nachhaltigkeitsgedanken und den weiblichen Geist in sich vereinen, während ihre charakteristischen Hauben als Speicher weiblichen Wissens und Weisheit gesehen werden können.

 

 

Göttinnen im Rheinland. Bonn als Zentrum der Matronenverehrung
bis Dezember 2021
Frauenmuseum Bonn
Im Krausfeld 10
D-53111 Bonn
Tel.: +49-228-691344
Di – Sa 14 – 18 Uhr, So 11 – 18 Uhr
Eintritt: 6 €, erm. 4,50 €
www.frauenmuseum.de

Text: Ninja Elisa Felske
Bild: Frauenmuseum Bonn
Erstveröffentlichung in kunst:art 80