
Verdichtung zur Formauflösung
Wenn es eine Initialzündung fürs Kunstmachen gibt, dann war es für den Maler Heino Naujoks (1937–2025) Max Beckmanns Bild „Stillleben mit Saxofonen“, das den Schüler damals im Frankfurter Städel nachhaltig beeinflusste. Seit 40 Jahren begleitet nun die Galeristin Ute Parduhn diesen wichtigen Künstler der Nachkriegszeit. In der Gedächtnisausstellung wird das vielschichtige Werk Naujoks‘ dokumentiert. Seit seinen künstlerischen Anfängen beschäftigt sich Naujoks mit dem Spannungsfeld zwischen Figur und Abstraktion. Zunächst beeinflusst vom analytischen Kubismus, vom Informel und vom Bildraum Beckmanns, entwickelte er bereits während seiner Studienjahre an der Münchener Akademie eine spontane, gestisch geprägte künstlerische Handschrift. Seine Malerei hat sich früh von aller Gegenständlichkeit abgewandt.
Naujoks prägte nachhaltig die Kunstwelt der Nachkriegszeit und mit der Gruppe „WIR“ eine neue Kunstmarke. Die Gruppe orientierte sich an der Barockmalerei der Bayrischen Kirchen. Die Bilder tragen Titel wie „Barockparaphrase“ oder „Antropomorphe Landschaft“. Unter dem Einfluss der Pop Art schuf Naujoks von 1965 bis 1967 starkfarbige, flächige Kompositionen, doch kehrte er bald zu seiner expressiven Handschrift zurück. In den Collagen schließlich verwendet Naujoks nicht nur Zeitungsfragmente, sondern auch Teile eigener Werke. Bei aller ersichtlichen Abstraktion, für Naujoks stand das Figürliche gedanklich immer am Anfang des Malprozesses, um in der Verdichtung zur Formauflösung zu kommen.
Heino Naujoks. in memoriam
4.7. – 28.8.2025
Galerie Ute Parduhn
Kaiserswerther Markt 6a
D-40489 Düsseldorf
Tel.: +49-211-400655
Jederzeit nach Vereinbarung
Eintritt frei
www.galerie-parduhn.de
Text: Stefan Simon
Bild: Galerie Ute Parduhn
Erstveröffentlichung in kunst:art 104







