
Was heißt Stadt heute?
Zwar ist das Münchner Stadtmuseum, das sich der Geschichte der Isarmetropole in all ihren Facetten widmet, derzeit im Zuge einer umfassenden Generalsanierung für die Besucher weitgehend geschlossen, aber einen Vorgeschmack auf die künftige Neugestaltung gibt es schon jetzt. „What the City. Perspektiven unserer Stadt“ ist dabei nicht bloß ein Schnelldurchlauf durch die einzelnen, sehr ausgedehnten stadtgeschichtlichen Sammlungsbestände des Hauses, sondern stellt zugleich stellt die Frage nach der Entwicklung der Stadt selbst.
Eines wird in jedem Fall deutlich: Die künftige Dauerausstellung wird, ebenso wie künftige Sonderausstellungen, stärker als bisher die sozialen und kulturellen Dynamiken der Stadtentwicklung in den Blick nehmen. Das beginnt schon mit der Neuausrichtung der Eingangszone, die das Erdgeschoss des spätgotischen Zeughaus zum St.-Jakobs-Platz öffnet und so den Charakter des Museums als implizit öffentlichem Raum betont: Neue Sichtachsen und Bezüge zum Stadtraum entstehen und laden ein. Zehn Kapitel beleuchten einzelne Aspekte wie etwa die Frage nach der Gerechtigkeit des sozialen Gefüges der Stadt oder nach der Sicherheit des öffentlichen Raums. Wie können die spezifischen (Raum-)Bedürfnisse von Kulturschaffenden in einer sehr teuren Großstadt erfüllt werden? Wie viel Tradition ist möglich (oder erwünscht) angesichts eines rasanten Stadtwachstums? „What the City“ selbst soll mit zahlreichen Mitmachstationen und Veranstaltungen ein Forum für Austausch und Diskussion sein.
What the City. Perspektiven unserer Stadt
Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
D-80331 München
Tel.: +49-89-23322370
Di – So 11 – 19 Uhr
Eintritt frei
www.muenchner-stadtmuseum.de
Text: Dieter Begemann
Bild: Münchner Stadtmuseum
Erstveröffentlichung in kunst:art 104






