Der 29-jährige Zeichner Giacomo Orth hat den höchstdotierten Kunstpreis Mecklenburg-Vorpommerns erhalten. Die Jury entschied sich einstimmig für seine hyperrealistischen Handzeichnungen.
Bei der Preisverleihung am Samstag in der Kunsthalle Rostock verkündete Direktor Jörg-Uwe Neumann die Entscheidung der achtköpfigen Fachjury, die dem in Bad Doberan lebenden Künstler das mit 10.000 Euro dotierte Preisgeld zusprach. Orth setzte sich gegen 42 Bewerbungen und drei weitere Nominierte durch, wobei die Jury betonte, es sei angesichts der Qualität aller Finalisten keine leichte Entscheidung gewesen.
Der 1996 in Rostock geborene Orth arbeitet im Stil des Hyperrealismus und fertigt großformatige Zeichnungen an, die auf den ersten Blick wie Fotografien wirken. Seine Motive findet er in der Natur: herabgefallene Äste, verschneite Fichtenwälder, Flusslandschaften. Jedes Werk erfordert mehrere hundert Arbeitsstunden. Nach seinem Kunststudium an der Universität Greifswald arbeitet Orth dort seit 2021 als künstlerischer Mitarbeiter am Caspar-David-Friedrich-Institut.
Der seit 2006 vergebene Rostocker Kunstpreis wechselt jährlich zwischen verschiedenen Sparten, wobei in diesem Jahr die künstlerische Grafik im Mittelpunkt stand. Neben dem Preisgeld, das von der Provinzial-Versicherung finanziert wird, erwirbt die Stadt Rostock von allen vier Nominierten Werke für die Sammlung der Kunsthalle. Die begleitende Ausstellung mit Arbeiten von Orth sowie den Mitnominierten Christoph Knitter, Hannes Schützler und Pauline Stopp ist noch bis zum 25. Januar in der Kunsthalle zu sehen.


