Eine Silberstiftzeichnung von Hans Baldung Grien wurde in einer elsässischen Familiensammlung identifiziert. Das Porträt von 1517 kommt im März in Paris zur Versteigerung.
Das Blatt zeigt Susanna Pfeffinger, eine Vorfahrin der heutigen Besitzer, und befand sich seit seiner Entstehung ununterbrochen im Familienbesitz. Die Nachfahren wussten nicht um den Wert des Werks, das zusammen mit Dutzenden anderen Ahnenbildern in einer Holzkiste aufbewahrt wurde. Erst eine Begutachtung durch den Pariser Kunstexperten Patrick de Bayser brachte die Zuschreibung ans Licht, die Christof Metzger von der Albertina in Wien bestätigte.
Hans Baldung Grien, der bedeutendste Schüler Albrecht Dürers, hinterließ rund 250 Zeichnungen, von denen sich nur wenige in Privatbesitz befinden. Das nun entdeckte Porträt ist die einzige Silberstiftarbeit des Künstlers außerhalb öffentlicher Sammlungen.
Das Auktionshaus Beaussant Lefèvre versteigert das Werk am 23. März im Pariser Hôtel Drouot, einen Tag vor Beginn des Salon du dessin. Die Schätzung liegt bei 1,5 bis 3 Millionen Euro.

