Der Münchner Stadtrat hat den Haushalt 2026 verabschiedet, der Einsparungen von rund 15 Millionen Euro im Kulturbereich vorsieht. Die Münchner Symphoniker protestieren mit einem offenen Brief.
Die bayerische Landeshauptstadt muss im kommenden Jahr insgesamt 253 Millionen Euro einsparen, wobei der Kultursektor mit etwa sieben Prozent des Sparvolumens überproportional belastet wird, obwohl er nur drei Prozent des Gesamthaushalts ausmacht. Ursprünglich waren 18 Millionen Euro an Kürzungen vorgesehen, die Oberbürgermeister Dieter Reiter nach Protesten auf rund 15,4 Millionen Euro abmilderte.
Die Münchner Symphoniker veröffentlichten am 9. Dezember 2025 einen offenen Brief an Stadt und Freistaat Bayern, in dem sie vor existenzbedrohenden Konsequenzen warnen. Das Orchester, das als privater Verein nur 670.000 Euro städtischen Zuschuss erhält und seine Musiker bereits unter Tarif bezahlt, sieht sich von möglichen Kürzungen besonders hart betroffen.
Das Bündnis #MünchenIstKultur, dem Intendanten der Kammerspiele, des Residenztheaters und des Volkstheaters angehören, bezeichnete die geplanten Einschnitte als irreversiblen Kulturabbau. Die Deutsche Musik- und Orchestervereinigung unisono forderte einen sofortigen Dialog zwischen Stadt und Freistaat, da Orchester nicht zum Spielball finanzpolitischer Auseinandersetzungen werden dürften.