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Ticketbetrug am Louvre: Neun Festnahmen nach jahrelanger Millionen-Masche

Die französische Justiz hat ein Betrugsnetzwerk zerschlagen, das dem Pariser Louvre über ein Jahrzehnt hinweg mehr als zehn Millionen Euro Schaden zugefügt haben soll. Neun Verdächtige wurden festgenommen, darunter zwei Museumsbeschäftigte.

Wie die Pariser Staatsanwaltschaft am 12. Februar mitteilte, nahmen Ermittler bereits zwei Tage zuvor neun Personen auf richterliche Anordnung fest und durchsuchten mehrere Wohn- und Geschäftsräume. Der mutmaßliche Kopf des Netzwerks sitzt seitdem in Untersuchungshaft, die übrigen Verdächtigen kamen unter Auflagen frei. Bei den Durchsuchungen beschlagnahmte die Polizei knapp eine Million Euro in bar, weitere 486.000 Euro auf Bankkonten sowie drei Fahrzeuge.

Der Betrug richtete sich gezielt an chinesische Touristengruppen und funktionierte über mehrere Wege gleichzeitig. Reiseführer kauften reguläre Tagestickets und ließen diese nach dem Einlass einer Gruppe wieder herausgeben, um sie für die nächste Gruppe erneut zu verwenden. Den Touristen berechneten sie dabei rund 50 Euro pro Person, also mehr als das Doppelte des damaligen Eintrittspreises von 22 Euro. Große Reisegruppen wurden zudem systematisch aufgeteilt, um die Gruppengebühren des Museums zu umgehen. Zwei Louvre-Beschäftigte sollen Bargeld dafür erhalten haben, dass sie bei den Einlasskontrollen bewusst wegschauten.

Ermittlungen erstrecken sich auch auf Versailles

Das Ermittlungsverfahren, das die Staatsanwaltschaft bereits im Juni 2025 eröffnet hatte, umfasst schwere Vorwürfe: bandenmäßiger Betrug, Geldwäsche, aktive und passive Korruption sowie Beihilfe zur illegalen Einreise. Die Ermittlungen erstrecken sich auch auf das Schloss von Versailles, dessen Leitung sich bislang nicht zu dem Fall geäußert hat. Insgesamt sollen rund 30 Personen im Fokus der Behörden stehen.

In der Spitze schleuste das Netzwerk nach Erkenntnissen der Ermittler bis zu zwanzig Touristengruppen pro Tag am regulären Ticketing vorbei. Der Louvre selbst hatte Ende 2024 den Anstoß für die Ermittlungen gegeben, nachdem dem Museum die auffällig häufige Präsenz bestimmter Reiseführer aufgefallen war.

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