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Nifty Gateway schließt – eine Ära des NFT-Kunstmarkts geht zu Ende

Gemini schließt die NFT-Plattform Nifty Gateway zum 23. April endgültig. Rund 650.000 digitale Kunstwerke in treuhänderischen Wallets müssen zuvor auf externe Speicher übertragen werden.

Die Kryptobörse Gemini hat Ende Januar das Aus für Nifty Gateway angekündigt, jene Plattform, über die Künstler wie Beeple, Pak und Grimes während des NFT-Booms Millionenbeträge umsetzten. Ursprünglich war die Schließung bereits für den 23. Februar vorgesehen, doch nach Protesten der Community räumte Gemini eine zweimonatige Verlängerung bis zum 23. April ein.

Die 2018 von den Brüdern Duncan und Griffin Cock Foster gegründete und ein Jahr später von Gemini übernommene Plattform galt als Vorreiter des kuratierten NFT-Handels. Käufer konnten mit Kreditkarte in US-Dollar bezahlen, wobei die erworbenen Werke in treuhänderischen Wallets bei Gemini verwahrt wurden. Auf dem Höhepunkt des Marktes 2021 erreichte Nifty Gateway ein monatliches Handelsvolumen von über 300 Millionen Dollar, insgesamt flossen nach eigenen Angaben mehr als 500 Millionen Dollar an Künstlerinnen und Künstler.

Doch genau dieses Modell der treuhänderischen Verwahrung bereitet nun Probleme. Nutzer müssen ihre NFTs vor der Abschaltung eigenständig auf externe Wallets übertragen, wofür eine vollständige Identitätsprüfung erforderlich ist. Ein Werkzeug für den gebündelten Abzug größerer Sammlungen befindet sich laut Gemini noch in der Entwicklung, die Metadaten sollen künftig über das dezentrale Speichernetzwerk Arweave gesichert werden.

Konsolidierung eines geschrumpften Marktes

Das von den Winklevoss-Zwillingen geführte Unternehmen richtet sich strategisch neu aus und konzentriert sich auf eine sogenannte Super-App mit integrierten Wallet- und Staking-Diensten. Das NFT-Geschäft passt offenbar nicht mehr in diese Strategie, zumal der Markt für Kunst-NFTs von einst 2,9 Milliarden Dollar Jahresumsatz auf unter 24 Millionen Dollar im ersten Quartal 2025 geschrumpft ist.

Nifty Gateway reiht sich damit in eine wachsende Liste geschlossener Plattformen ein. Nike beendete sein NFT-Projekt RTFKT Anfang 2025, Kraken stellte seinen Marktplatz im Februar ein, und selbst Christie’s löste seine Abteilung für digitale Kunst im vergangenen September auf. Von den einst zahlreichen Handelsplätzen dominieren heute im Wesentlichen noch OpenSea und Blur.

Der Künstler Sam Spratt nannte die Schließung einen „reinen Verlust“, räumte aber ein, dass die Zeit wohl freundlich über die Rolle der Plattform urteilen werde. Kritischer fiel die Reaktion von Bryan Brinkman aus, der die plötzliche Ankündigung und die mangelnde Kommunikation bemängelte. Gemini hat zugesichert, bereits auf der Blockchain registrierte NFTs auch nach dem 23. April weiterhin zu hosten, doch für Werke, die ausschließlich auf den privaten Servern der Plattform liegen, bleibt die langfristige Verfügbarkeit ungewiss.

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