Hella Berent im Syker Vorwerk: Empty Void erforscht Bewusstsein

22.2.2026 – 17.5.2026 | Syker Vorwerk

Hella Berent, Die Sprache im Wind, 2023

In den Keller der Wahrnehmung

Das Medium der Zeichnung, dieser urältesten menschlichen Kunstäußerung, erweist sich immer wieder als überraschend offen für die Zukunft: Das zeigt die Soloschau der Künstlerin Hella Berent (* 1948) im Syker Vorwerk. Sie hält sich nicht auf mit der Darstellung der platt vorfindlichen Welt mittels Stift auf Papier, sondern nutzt vielmehr die nachgerade seismischen Qualitäten des Mediums, Strukturen unseres Bewusstseins und dadurch gesteuerte Prozesse selbst zu erforschen.

„Empty Void“, leere Leere oder offener Hohlraum, ist das Ganze überschrieben, ein Projekt, bei dem übrigens erstmals der Gewölbekeller des historischen Amtshauses aus dem 18. Jahrhundert künstlerisch bespielt wird. Der Gang in die Tiefe ist sozusagen symbolisch, geht es doch um nicht weniger als eine „Archäologie des Bewusstseins“, wie der Untertitel verrät. Die lineare Zeichnung, „Fundament, Prozess und Ergebnis“ zugleich, ist aber nicht die einzige Gattung, welche die vielseitige Künstlerin verwendet. Keine geringere Bedeutung haben Farben: Tief, zuweilen beinah wie untermeerisch leuchtend, hüllen Blau- und Magentatöne auf durchscheinenden textilen Schleiern den Raum in magisches Licht. Eine Farbigkeit, die auch auf Keramiken, rätselhaften Köpfen oder hohen Vasen auftaucht, die an archaische Kulturen denken lassen. Emotionen aus vorsprachlichen Feldern, Kulturen übergreifende Gefühlslagen klingen so an, die alte Idee vielleicht von Bildern als Universalsprache.

Hella Berent. Empty Void – Archäologie des Bewusstseins
22.2. – 17.5.2026
Syker Vorwerk
Waldstr. 76
D-28857 Syke
Tel.: +49-4242-577410
Mi, Fr + Sa 14 – 17 Uhr, So 12 – 17 Uhr
Eintritt frei
www.syker-vorwerk.de