
Digital von Hand
Tatsächlich, da kann man Analogien finden: Der Namensgeber dieses Kunstpreises, der Syker Maler Werner Kühl (* 1906), stand in der Hauptzeit seines Wirkens in den 1920er- und 30er-Jahren mit seinem Schaffen vor gleich mehrfachen und erheblichen kulturellen Brüchen – und auf freilich andere Weise tut das auch der diesjährige, der 13., Preisträger des Werner-Kühl-Preises. Der im zweijährigen Rhythmus ausgelobte Preis hat sich seit seiner Konstituierung im Jahre 2000 einen guten Namen gemacht, was die immer zahlreicher werdenden, qualitätvollen Bewerbungen belegen.
Ausgezeichnet wurde nun in der aktuellen Auflage 2024 der in Bremen lebende Juran Landt für sein originelles Werk, explizit für seine Arbeit „Dive“, eine farbintensive, wie eine überquellende Bildschirmansicht wirkende, Zeichnung. Denn das Umfeld eines jungen Künstlers heute – Landt ist Jahrgang 1994 – ist natürlich die überwältigende Allgegenwart der digitalen Medien, was sozusagen einen impliziten Rechtfertigungszwang erzeugt für einen Künstler, der trotzdem oder erst recht den hergebrachten Mitteln der handgemachten Kunst mit Farbe auf Papier oder Leinwand treu bleiben will. Die Preisträgerausstellung im Syker Vorwerk ist mit „Streams“ überschrieben: Vieldeutig, denn „Ströme“ gibt es im Wasser, im menschlichen Bewusstsein, aber eben auch in elektrischen Leitungen und Datennetzen. So vereinen sich in Landts Arbeiten Bilder und Bildschirmfenster, Naturmotive und Sprachfragmente.
Juran Landt. Streams
28.9. – 9.11.2025
Syker Vorwerk
Waldstr. 76
D-28857 Syke
Tel.: +49-4242-577410
Mi, Fr + Sa 14 – 17 Uhr, So 12 – 17 Uhr
Eintritt frei
www.syker-vorwerk.de
Text: Dieter Begemann
Bild: Syker Vorwerk
Erstveröffentichung in kunst:art 105






