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Haegue Yang in ihrer ganzen Brandbreite im Migros Museum

27.9.2025 – 18.1.2026 | Migros Museum für Gegenwartskunst

Tony Cokes, SM BNGRZ 1, 2021 | Ausstellungsansicht A Model, 2024, Mudam Luxembourg
Courtesy Mudam Luxembourg, the artist, Greene Naftali, New York, Hannah
Hoffman, Los Angeles, Felix Gaudlitz, Wien, und Electronic Arts Intermix, New York
Foto: Mareike Tocha

Alltagsgegenstände in der Kunst

„Leap Year“ heißt in der deutschen Übersetzung Schaltjahr. Die Erde braucht an die 365 Tage, um die Sonne zu umkreisen. Ein Schaltjahr ist ein Jahr mit 366 Tagen, eingefügt durch den 29. Februar. Ohne das Schaltjahr würden sich Kalenderjahr und tropisches Jahr verschieben. Die Jahreszeiten würden nicht mehr mit den Monaten übereinstimmen.
Der Ausstellungstitel von Haegue Yang im Migros Museum darf als ein Gleichnis verstanden werden, bei dem die Künstlerin ebenfalls versucht, im Gleichgewicht zu bleiben. Verschiebungen bergen immer Risiken in sich und als Künstler tut es gut, sich auf eine routinierte Basis verlassen zu können. Als Rahmen, sich nicht in Raum und Zeit zu verlieren. Struktur diszipliniert.

Haegue Yang (* 1971) wurde in Seoul/Südkorea geboren. Sie schloss 1994 das Fine Arts College der Seoul National University mit dem Bachelor ab. Der aus Jena stammende Bildhauer Georg Herold nahm sie 1999 in seine Meisterklasse an der Städelschule in Frankfurt am Main auf. Sie nahm 2012 an der dOCUMENTA (13) teil. Seit 2017 ist sie Professorin für Bildende Kunst an der Städelschule. 2018 erhielt Yang den Wolfgang-Hahn-Preis, verliehen von der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig. Das Preisgeld von maximal 100.000 Euro fließt in den Erwerb eines Werks oder Werkgruppe zugunsten der Sammlung Ludwig. Verbunden mit einer Ausstellung.

Das Migros Museum in Zürich widmet der Künstlerin eine umfassende Einzelausstellung – die erste in der Schweiz. Der Bogen spannt sich von den frühen 2000er-Jahren bis heute. Die Thematik der Arbeiten der Künstlerin ist breit gefächert mit dem Schwerpunkt Migration, Vertreibung und interkulturelle Perspektiven. Es sind Themen, die hochaktuell sind. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehört das Auftragswerk „Sonic Droplets in Gradation – Water Veil“ (2024). Die Besucher gehen durch einen Vorhang aus Glocken. Die Skulptur „Sonic Dress Vehicle – Hulk Head“ (2018) ist ebenfalls für die Besucher mobil zu erleben. Beide Werke repräsentieren das Zusammenspiel von strenger Geometrie und lockerer Bewegung.

Die Serie „The Intermidates“ (seit 2015) basiert auf schamanischen und globalen Webtechniken.
In der Schau werden neue Auftragsarbeiten und Produktionen vorgestellt. Aber darüber hinaus erhält man einen umfassenden Überblick über das Werk von Haegue Yang. Das ist breit gefächert und beginnt bei Installationen, Collagen, Skulpturen, reicht über Texte, Videos, Tapeten und endet bei Klang. Was dabei bemerkenswert ist: Die Künstlerin verwendet Alltagsgegenstände für ihre Arbeiten. Das sind Nylon-Pompons, Glühbirnen, handgestricktes Garn und Wäscheständer. Diese komponiert die Künstlerin zu Kunstwerken, die infrage stellen, wie wir mit der Umwelt umgehen. Ein Aspekt, der im Fokus der Künstlerin liegt.

Verbunden ist die Künstlerin mit der asiatischen DNA, die sie kreativ beflügelt. Sie hat eben jenen reflektierenden Blick auf die europäische Sichtweise, die dadurch bereichert wird.
Haegue Yang lebt und arbeitet in Seoul und Berlin.

Nadja Naumann ist in Mitteldeutschland beheimatet.

Haegue Yang. Leap Year
27.9.2025 – 18.1.2026
Migros Museum für Gegenwartskunst
Limmatstr. 270
CH-8005 Zürich
Tel.: +41-44-2772050
Di – So 11 – 18 Uhr, Do 11 – 20 Uhr
Eintritt frei
www.migrosmuseum.ch

Text: Nadja Naumann
Bild: Migros Museum für Gegenwartskunst
Erstveröffentlichung in kunst:art 105

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