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Malerei als offenes Kapitel: „Painting Is a Way of Feeling“ in Wien

3.3.2026 – 23.4.2026 | Galerie Sturm & Schober

Painting I Wien – Figuratives Ölgemälde: Frau von hinten auf dunklem Ledersofa, pastellfarbener Hintergrund mit Farbverläufen
Matthias Lautner, o. T., 2025

Füllhorn der Farbe

„Painting I“ in der Galerie Sturm und Schober versteht Malerei nicht als Behauptung, sondern als Befragung. Diese große Gruppenausstellung versammelt Positionen, die das Medium in seiner materiellen und konzeptuellen Offenheit ausloten. Farbe erscheint hier nicht als dekoratives Ereignis, sondern als Verdichtung von Wahrnehmung. Die Arbeiten von Grande Dame Inge Dick (* 1941, Wien) führen die Malerei an ihre immaterielle Grenze: Licht, minimale Farbdifferenzen und serielle Strukturen verschieben den Blick vom Motiv zur Wahrnehmung selbst. Malerei wird hier zu einem Instrument der Sensibilisierung, ein Medium, das Sehen als Prozess erfahrbar macht. Zu erleben sind auch Werke von King Rhomberg, der auf eine subtile Störung des Erwartbaren setzt. Er hat kürzlich sein Studium (Malerei bei Henning Bohl) an der Universität für angewandte Kunst Wien abgeschlossen. Zwischen Abstraktion und Fragment entfalten sich Bildräume, die sich dem schnellen Zugriff entziehen. Linien brechen, Flächen kippen, Kompositionen bleiben bewusst in der Schwebe. Gerade diese kontrollierte Unbestimmtheit erzeugt Spannung.

Kuratorisch überzeugt „Painting I“ durch Zurückhaltung. Die Hängung lässt Zwischenräume. Daher entsteht kein lauter Diskurs, sondern ein konzentriertes Nachdenken über die Bedingungen von Malerei heute. Die Ausstellung zeigt, dass Malerei kein abgeschlossenes Kapitel, vielmehr ein offenes ist: fragil, präzise und gegenwärtig.

Painting I
3.3. – 23.4.2026
Galerie Sturm & Schober
Kohlmarkt 9/2/5
A-1010 Wien
Tel.: +43-676-5551777
Di – Fr 11 – 18 Uhr
Eintritt frei
www.sturmschober.com

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