
Keine klassischen Porträts
Holz hat bei Alfred Haberpointner nichts Behagliches. In den Skulpturen des 1966 in Salzburg geborenen Bildhauers wird es zum widerständigen Gegenüber, das bearbeitet und in seiner Eigenart bewahrt wird. Die gegenwärtige Ausstellung in der Galerie 422 versammelt Arbeiten, in denen Haberpointner seine Auseinandersetzung mit Volumen, Gewicht, Körper und Oberfläche fortführt.
Im Zentrum stehen skulpturale Arbeiten, darunter gerade auch die Köpfe, für die Haberpointner bekannt geworden ist. Sie sind keine Porträts im klassischen Sinn. Zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion angesiedelt, wirken sie präsent und entrückt. Der Kopf wird zum Volumen, das Gesicht zur Spur. Entscheidend ist die Oberfläche: Sägeschnitte, Kerben und die offene Struktur des Holzes lassen den Vorgang der Bearbeitung sichtbar. Besonders darin liegt die Spannung. Haberpointner versucht nicht, das Material zu überwinden. Er setzt ihm seine eigene Form entgegen und lässt doch erkennen, dass jede Form aus einem gewachsenen Körper hervorgeht. Die Skulptur bewahrt etwas von ihrem ursprünglichen Zustand und wird durch die Eingriffe des Künstlers zu etwas Neuem. Auch Wandarbeiten und objekthafte Formen erweitern den Blick auf das Verhältnis von Fläche und Raum. Was zunächst kompakt erscheint, beginnt sich durch Struktur und Licht räumlich zu behaupten. Haberpointners Kunst verlangt keine Geschichte, sondern Aufmerksamkeit: Gewicht wird sichtbar, Oberfläche zum Ereignis, und aus Holz entsteht eigenständige Präsenz.
Alfred Haberpointner
8.8. – 26.9.2026
Galerie 422 Margund Lössl
An der Traunbrücke 9–11
A-4810 Gmunden
Tel.: +43-7612-626680
Mi – Fr 12 – 18 Uhr, Sa 10 – 16 Uhr
Eintritt frei
www.galerie422.at