Im Auftrag der Malerei. 22 zeitgenössische Malerinnen im HaL Berlin

24.6. – 20.8.2017 | Haus am Lützowplatz

Verena Landau, wound up/attack, 2011.

 

von Julius Tambornino //

 

Es ist für die Malerei nicht besonders leicht in diesen Zeiten. Seit Jahren schon konzentrieren sich die Debatten der Kunstwelt weitestgehend auf das Konzeptuelle, was es der noch in den Nullerjahren wesentlich präsenteren alten Dame unter den Kunstgattungen immer schwerer macht, die Öffentlichkeit zu finden, die sie verdient. Dabei darf man nie vergessen, dass auch die Malerei ohne Weiteres in der Lage ist, komplexere Themen zu verhandeln, sei es im Politischen oder in den Bereichen der medialen Selbstreflexion. Gleichzeitig muss man feststellen, dass man im Zeitgenössischen grundsätzlich mitnichten so traditionell unterscheiden kann – gute Malerei hat zumeist einen konzeptuellen Anteil, und umgekehrt findet sich die alte Technik in guter Konzeptkunst im Medienmix immer wieder.

Im Berliner Haus am Lützowplatz verbindet in diesem Zusammenhang eine Ausstellung jetzt zwei wichtige Anliegen: Im Rahmen der Initiative des Malerinnennetzwerks, das eine Symbiose zwischen der Hauptstadt und der Leipziger Szene schaffen möchte, soll die Malkunst von Frauen im Bild der Öffentlichkeit besser positioniert werden – eine Zielformulierung, die angesichts der bestehenden Dominanz von Männern auch in dieser Branche leider nach wie vor ihre Berechtigung hat. Zum anderen soll jedoch vor allen Dingen durch die breite Palette von 22 unterschiedlichsten künstlerischen wie thematischen Positionen auch das Potential und die Verpflichtung der Malerei unterstrichen werden, im Auftrag der Gesellschaft Farbe zu bekennen.

 

Text aus der kunst:art 56

 

Farbauftrag

24.6. – 20.8.2017, Haus am Lützowplatz

Lützowplatz 9, D-10785 Berlin

Tel.: +49-30-2613805

Di – So, 11 – 18 Uhr

Eintritt frei

www.hal-berlin.de

 

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