Menschheitsdämmerung

19.10.2023 – 18.2.2024 | Kunstmuseum Bonn

Helmuth Macke, Zerstörte Wassermühle bei Hermeville, 1916

Gesellschaftliche, politische und soziale Krisen – immer wieder durchläuft die Menschheit Epochen mit mehr oder minder ausgeprägten Umbruchsphasen. Im Kunstmuseum Bonn werden nun die bewegten ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts unter diesem Gesichtspunkt nicht nur singulär betrachtet, sondern das Ausstellungskonzept sieht einen Dialog mit Kunst der Gegenwart vor. Denn kaum jemand würde wohl bestreiten, dass auch unser Heute belastet ist mit verschiedenen Krisensituationen. Was damals die Folgen der industriellen Revolution waren, sind heute die Transformationen des gesellschaftlichen Miteinanders durch den Klimawandel und die Erschöpfung der Ressourcen unseres Planeten.

So lässt die Ausstellung die mannigfaltigen Reflexionswege beobachten, die Künstler in der Entwicklung ihres Œuvres während solch angespannter, unsicherer Zeiten einschlagen. Kunst wird hierbei als ein Mittel der Befragung der Welt verstanden. Der Ausstellungstitel „Menschheitsdämmerung“ geht auf die gleichnamige Gedichtsammlung von Kurt Pinthus aus dem Jahr 1919 zurück, die expressionistische Lyrik des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts in vier Kapiteln zusammenfasst: „Sturz und Schrei”, „Liebe den Menschen”, „Erweckung des Herzens”, „Aufruf und Empörung” – und sie benennen auch die Kapitel des Ausstellungsrundgangs. Dieser enthält unter anderem Werke von Nevin Aladag, Francis Alÿs, Yael Bartana, Monica Bonvicini, Max Ernst, Alexej von Jawlensky, Käthe Kollwitz, Max Liebermann und Helmuth Macke.

Menschheitsdämmerung. Kunst in Umbruchzeiten
19.10.2023 – 18.2.2024
Kunstmuseum Bonn
Museumsmeile
Helmut-Kohl-Allee 2
D-53113 Bonn
Tel.: +49-228-776260
Di – So 11 – 18 Uhr, Mi 11 – 21 Uhr
Eintritt: 7 €, erm. 3,50 €
www.kunstmuseum-bonn.de

Text: Ninja Elisa Felske
Bild: Kunstmuseum Bonn
Erstveröffentlichung in kunst:art 94