Atmende Weite

13.1. – 7.4.2024 | Alfred Ehrhardt Stiftung

Jan Scheffler, B 68.287° L 14.016° Lofoten / Norwegen, o.J.

Jan Scheffler in der Ehrhardt Stiftung

Eine Reise zu den extremen Landschaften der Erde bedeutet, sich immer lebensfeindlicheren Bedingungen auszusetzen wie etwa extremer Kälte und dem Alleinsein. Der Gewinn aus diesem Wagnis liegt in einer besonderen Erfahrung von Landschaft und den atmosphärischen Bedingungen auf unserem blauen Planeten: Licht und Weite prägen vor allem die Landschaften des Nordens. Ihr Atmen fängt der Berliner Fotograf Jan Scheffler bei seinen Nordlandreisen ein. Unter dem Titel “Jan Scheffler – 33 Licht” präsentiert die Alfred Ehrhardt Stiftung in Berlin die Bilder, die das nordische Licht in den Mittelpunkt rücken.

Dabei ist es gerade die Besonderheit des Lichtes in den Breitengraden nahe des Nordpols, dass es im Winter bis zur Sonnenwende nahezu ganz verschwindet. Diesen Übergängen, die auch spezifische Farbanteile im Licht sichtbar werden lassen, ist der Fotograf auf der Spur – inmitten einer Landschaft, die vom Menschen kaum berührt zu sein scheint. Die meteorologischen Phänomene und Lichtstimmungen sind extrem flüchtig und beeindruckend. Um sie einzufangen, setzt sich der Fotograf auch körperlich und psychisch dieser Landschaft und ihren Bedingungen aus – oft schläft er im Auto in dickster Kleidung in Gegenden, in denen nachts die Temperatur schon mal auf unter minus 30 Grad Celsius sinkt, immer (hoffentlich) genug Akkus im Gepäck. Unter diesen Bedingungen kreiert Jan Scheffler Bilder, welche die atmende Weite der Landschaft für den Betrachter dokumentarisch erfahrbar machen.

Jan Scheffler. 33 Licht
13.1. – 7.4.2024
Alfred Ehrhardt Stiftung
Auguststr. 75
D-10117 Berlin
Tel.: +49-30-20095333
Di – So 11 – 18 Uhr
Eintritt frei
www.aestiftung.de

Text: Karolina Wróbel
Bild: Alfred Ehrhardt Stiftung
Erstveröffentlichung in kunst:art 95