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FLATZ im OK Linz

10.05. - 5.10.2025 | OK Linz

FLATZ, Physical Machine, Ausstellungsansicht, 2025

Der Körper im Zentrum von Kunst

Einen Querschnitt durch das multimediale Lebenswerk des in Dornbirn geborenen Künstlers Wolfgang Flatz, der sich als Künstler nur FLATZ nennt, präsentiert das OK Linz in der Ausstellung „Physical Machines“. Der gelernte Goldschmied ist bekannt für provokante und grenzüberschreitende Performances, in denen sein Körper eine zentrale Rolle spielt und in denen dieser an die Grenzen seiner physischen und psychischen Leidensfähigkeit gebracht wird.

Die Einbeziehung des Publikums in seine Aktionen ergibt eine Wechselwirkung, aus der sich Sinn und Inhalt des Dargebotenen erkennen lassen. So hat sich FLATZ Ende der 1970er-Jahre in der radikalen Performance „Treffer“ als lebendige Zielscheibe angeboten und den Bewurf mit spitzen Dartpfeilen über sich ergehen lassen. Nackt vor einer weißen Wand stehend gelang es FLATZ einige Male, den Wurfgeschossen auszuweichen, der Schütze des 11. Pfeils landete jedoch einen Treffer und erhielt die 500 Mark Preisgeld, die für den erfolgreichen „Abschuss“ und die daraus resultierende Verletzung des Künstlers versprochen worden waren.

Später, ab 1987, erweiterte der seit rund fünfzig Jahren in München lebende Künstler seine Arbeiten um die sogenannten „Demontagen“, bei denen außer FLATZ noch weitere Akteure an einer Performance mitwirkten. In der 1991 auf dem Festival Ars Electronica uraufgeführten „Demontage XI“ trägt eine Opernsängerin eine Arie vor, die gleichzeitig live in einem Fernsehgerät zu sehen ist. Nach einiger Zeit lässt sich FLATZ von der Decke herab und zerstört mit einem Vorschlaghammer den Fernseher, während die Sopranistin ihren Gesang in stoischer Ruhe weiter fortsetzt, bis irgendwann Applaus zu hören ist.

Zusätzlich zu seinen Studien in Metalldesign und Malerei hat sich der multimediale Künstler an der Universität mit Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie befasst und war als Professor an verschiedenen Orten tätig. Seinen künstlerischen Durchbruch hatte FLATZ auf der documenta IX, als er 90 schwarze, von der Decke herabhängende Boxsäcke installierte, durch die sich die Besucher zwängen mussten, um in einen weiteren Raum zu gelangen. Die so in Bewegung gesetzten schweren Säcke stehen sinnbildlich für die FLATZ so wichtige Darstellung von Aktion und Gegenreaktion.

Die temporäre Installation „Endzeit“, die der Künstler eigens für die besonderen Räumlichkeiten des OK in Linz angefertigt hat, vervollständigt die Ausstellung mit der Darstellung einer dystopischen Landschaft, die sich mit dem Thema Apokalypse und Endzeit beschäftigt.

FLATZ. Physical Machine
10.05. – 5.10.2025
OK Linz
OK Platz 1
A-4020 Linz
Tel.: +43-732-772052550
Di – So 10 – 18 Uhr, Do, Fr + Sa 10 – 20 Uhr
Eintritt: 8 €, erm. 3-6 €
www.ooekultur.at

Text: Karin Gerwens
Bild: OK Linz
Erstveröffentlichung in kunst:art 104

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