
Stabilität und Fragilität
Ransome Stanley ist ein Grenzgänger zwischen zwei Welten – geprägt durch afrikanische Wurzeln und europäische Lebenswelt. Er beschreibt seinen Arbeitsprozess selbst als „non-lineares, collagiertes Denken“. Wie sich das bildhaft äußert, kann man in der Galerie Hengevoss-Dürkop eindrucksvoll erleben. Zu sehen sind Malereien, in denen Realität, Mythos, persönliche Biografie und kulturelle Codes unentwirrbar verbunden werden. Stanley lotet in seinen Bildern die Spannungsverhältnisse zwischen Nähe und Distanz, Vergangenheit und Gegenwart aus. Stanleys künstlerisches Weltbild ist zerbrechlich, Formen, Erinnerungen und Identitäten schwimmen in einem Kaleidoskop aus Natur- und Kulturfragmenten.
Diese fragilen, zarten poetischen Allegorien stehen nun im dialoghaften Austausch mit den plastischen Arbeiten von Keiyona C. Stumpf. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch ein organisches Formenvokabular aus, in dem Wachstum, Zerfall, Bewegung und Ordnung zugleich erlebbar werden. Sie vereinen Vertrautes mit Fremdartigem und erzeugen dadurch eine faszinierende Spannung. Die Arbeiten wirken wie eingefrorene Momente der Transformation – zwischen Flora, Fauna und Körperlichkeit. Die Formen wuchern, überschreiten Grenzen, wirken gleichzeitig ornamenthaft wie lebendig. Die keramischen, glasierten Objekte und die Porzellanarbeiten verkörpern mit fließenden, fast organischen Silhouetten sowohl Stabilität als auch Fragilität. Unmissverständlich handeln ihre Arbeiten von der Überlegenheit der Natur.
Ransome Stanley, Keiyona C. Stumpf: Im Dialog
5.9. – 25.10.2025
Galerie Hengevoss-Dürkop
Klosterwall 13
D-20095 Hamburg
Tel.: +49-40-30393382
Mi – Fr 14 – 18 Uhr, Sa 12 – 15 Uhr
Eintritt frei
www.hengevossduerkop.de
Text: Stefan Simon
Bild: Galerie Hengevoss-Dürkop
Erstveröffentlichung in kunst:art 105





