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Marina Abramović in Deutschland und Österreich

Ulay / Marina Abramović, Imponderabilia, 1977
Ulay / Marina Abramović, Imponderabilia, 1977

Die Zeit ist reif

Das Œuvre der bedeutendsten lebenden Performancekünstlerin ist auf Tournee durch den deutschsprachigen Raum! Von Oktober 2024 bis Juni 2025 präsentierte das Kunsthaus Zürich die erste umfassende Retrospektive der Werke von Marina Abramović (* 1946) in der Schweiz. In Zusammenarbeit mit dem Bank Austria Kunstforum Wien wurde ein umfangreicher Katalog erstellt (Hirmer Verlag), und die Ausstellung sollte im Oktober dieses Jahres in Wien eröffnet werden.

Plötzliche budgetäre Ereignisse zwangen jedoch zu einer hastigen Schließung des hoch angesehenen und geschätzten Kunstforums. Dank lobenswerter Schnelligkeit und Kooperationsbereitschaft konnte das Projekt gerettet, für die Räume der Albertina Modern angepasst werden und wird dort eröffnet, sodass die für diesen Herbst in Wien geplante große Ausstellung „Marina Abramović“ doch noch stattfindet.

Für die Retrospektive arbeitet die Künstlerin mit dem Museum zusammen, um Räume zu Themen wie Partizipation, Kommunismus, körperliche Grenzen, Energie aus der Natur und Erleuchtung zu gestalten. Zu sehen sind frühe Arbeiten aus Belgrad, ihre Zusammenarbeit mit Ulay (1943–2020) und ihre legendären gemeinsamen Performances, die spektakuläre Performance „Balkan Baroque“, für die sie 1997 auf der Biennale in Venedig einen Goldenen Löwen erhielt, sowie neuere Videoarbeiten und skulpturale Arbeiten. Als Mittelpunkt der Präsentation in der Albertina Modern werden während der gesamten Ausstellungsdauer täglich Reenactments der historischen Performances gezeigt.

In Nordrhein-Westfalen, wo sich das Museum Schloss Moyland befindet, präsentiert die Ausstellung „Marina Abramović und MAI im Dialog mit Joseph Beuys“ einen kunsthistorisch spannenden Blick auf das Werk dieser beiden herausragenden Performancekünstler. Das Museum Schloss Moyland ist der weltweit größte Komplex mit Werken des Künstlers Joseph Beuys, die zusammen mit dem Joseph Beuys Archiv den Kern der Sammlung bilden.

Im Jahr 2005 reinszenierte Marina Abramović Joseph Beuys‘ „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“ (1965) im Guggenheim Museum in New York. Die Dokumentation von Abramovićs Re-Performance und Beuys‘ Originalinszenierung war der Ausgangspunkt für weitere künstlerische Recherchen im Joseph Beuys Archiv und in der Sammlung des Museums Schloss Moyland. In Zusammenarbeit mit dem Marina Abramović Institute (MAI) entwickelte eine Gruppe internationaler Performancekünstler ortsspezifische Langzeitperformances. Dieses Engagement eröffnet nicht nur neue Perspektiven auf Beuys‘ Werk, sondern unterstreicht auch Abramovićs herausragende Stellung in der zeitgenössischen Kunst.

Marina Abramović wurde zur Preisträgerin in der Kategorie Skulptur des Praemium Imperiale 2025, oft als „Nobelpreis der Künste“ bezeichnet, ernannt. Abramović erhält die Auszeichnung als Performance-Pionierin, die seit mehr als fünf Jahrzehnten ihren eigenen Körper als Medium nutzt. Der Preis wird ihr später in diesem Jahr in Tokio von der japanischen Kaiserfamilie überreicht. Eine gebührende Auszeichnung für diese herausragende und mutige Künstlerin. Herzlichen Glückwunsch!

Dr. Renée Gadsden lebt und arbeitet in Wien.

Marina Abramović und MAI. im Dialog mit Joseph Beuys
13.07. – 26.10.2025
Museum Schloss Moyland
Am Schloss 4
D-47551 Bedburg-Hau
Tel.: +49-2824-951060
Di – Fr 11 – 18 Uhr, Sa + So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 9 €, erm. 6 €
www.moyland.de

Marina Abramović
10.10.2025 – 1.3.2026
Albertina Modern
Karlsplatz 5
A-1010 Wien
Tel.: +43-1-534830
Täglich 10 – 18 Uhr
Eintritt: 17,90 €, erm. 15,90 €
www.albertina.at

Text: Dr. Renée Gadsden
Bild: Museum Schloss Moyland
Erstveröffentlichung in kunst:art 105

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