Die slowakische Künstlerin Lucia Tallová erhält die Auszeichnung „Künstlerin des Jahres 2026“ der Deutschen Bank. Die 40-Jährige aus Bratislava wird im September 2026 eine Einzelausstellung im Berliner PalaisPopulaire zeigen. Die Bekanntgabe erfolgte am 19. November 2025 in Frankfurt am Main.
Die Deutsche Bank zeichnet mit dieser Auszeichnung seit 2010 aufstrebende Künstler:innen aus. Anders als bei klassischen Kunstpreisen gibt es kein Preisgeld, sondern eine umfassende Karriereförderung durch institutionelle Sichtbarkeit. Die Auszeichnung umfasst eine Einzelausstellung auf 750 Quadratmetern im PalaisPopulaire, Ankäufe für die Deutsche Bank Sammlung sowie eine monografische Publikation. Nominiert wurde Tallová von Sam Bardaouil und Till Fellrath, den Direktoren des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, die sie bereits 2022 für die Biennale de Lyon eingeladen hatten.
Tallová entwickelt raumgreifende Installationen, die sich mit Erinnerung, verdrängten weiblichen Geschichten und der Fragilität materieller Kultur auseinandersetzen. Ihre Arbeiten kombinieren Malerei, Collage und Fotografie zu surrealen Tableaus auf minimalistischen Holzkonstruktionen. Zentral ist ihre Verwendung gefundener Fotografien aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, ergänzt durch Naturmaterialien wie Kohle und Steine. Britta Färber, Global Head of Art & Culture der Deutschen Bank, betont die Zeitgemäßheit von Tallovás Ansatz, alltägliche analoge Mittel zu nutzen, um die Fragilität von Erinnerung in einer digitalen Gegenwart zu thematisieren.
Die 1985 geborene Künstlerin studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Bratislava und wird heute von der Galerie Paris-B in Paris sowie der Zilberman Gallery in Istanbul vertreten. Ihre Arbeiten befinden sich in bedeutenden Sammlungen wie der Slowakischen Nationalgalerie und der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages. Mit Tallová wird nach Roman Ondák 2012 zum zweiten Mal eine slowakische Künstlerin mit dem Award ausgezeichnet. In 16 Jahren wurden insgesamt 17 Künstler:innen aus fünf Kontinenten geehrt, darunter Wangechi Mutu, Yto Barrada und LuYang.
