Louvre-Raub wird zur Dokumentation

Die Dokumentarfilmer Laurent Bouzereau und R.J. Cutler verfilmen den Kronjuwelen-Diebstahl vom 19. Oktober 2025. Die Produktion begleitet die laufenden Ermittlungen in Echtzeit, während die Beute im Wert von 88 Millionen Euro verschwunden bleibt.

Der spektakuläre Überfall auf die Galerie d’Apollon im Pariser Louvre wird zum Stoff für eine abendfüllende Dokumentation. Wie The Hollywood Reporter am 19. November 2025 exklusiv berichtete, haben sich der französisch-amerikanische Regisseur Laurent Bouzereau und der Emmy-prämierte Produzent R.J. Cutler des Falls angenommen. Die Produktion läuft über Bouzereauz Firma Nedland Films in Zusammenarbeit mit Cutlers This Machine, einer Tochtergesellschaft von Sony Pictures Television. Die Deutsche Presse-Agentur bestätigte die Pläne am 21. November direkt bei der Produktionsfirma. Weder Erscheinungsdatum noch Streaming-Plattform wurden bislang bekannt gegeben.


Am 19. Oktober 2025 hatten vier als Bauarbeiter:innen verkleidete Täter:innen innerhalb von sieben Minuten acht Stücke der französischen Kronjuwelen erbeutet. Die gestohlenen Preziosen umfassen eine Smaragd-Halskette mit über 1.000 Diamanten, die Napoleon seiner zweiten Frau Marie-Louise schenkte, sowie das Diamant-Saphir-Schmuckset von Königin Marie-Amélie. Die Täter:innen nutzten einen gestohlenen Möbelaufzug, um ein Balkonfenster im zweiten Stock zu erreichen, und flohen auf Motorrollern in Richtung Autobahn A6. Bis Ende Oktober verhafteten die Behörden sieben Verdächtige, vier wurden im November angeklagt. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Die Juwelen bleiben verschwunden.


Das Dokumentarfilm-Projekt unterscheidet sich von bereits ausgestrahlten Schnellproduktionen durch seinen Langzeitansatz. Bouzereau, der 2024 einen Emmy für seine John-Williams-Dokumentation gewann, und Cutler, bekannt für die Netflix-Dokumentation über Martha Stewart, erhielten nach eigenen Angaben privilegierten Zugang zu Ermittler:innen, Zeug:innen und Louvre-Mitarbeiter:innen. Der Fall gilt als bedeutendster Kunstraub aus dem Louvre seit dem Mona-Lisa-Diebstahl 1911 und legte gravierende Sicherheitsmängel offen, vor denen französische Behörden seit 2014 gewarnt hatten.

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