Neoconcretismo im Haus Konstruktiv

23.10.2025 – 11.1.2026 | Museum Haus Konstruktiv

Max Bill, Quinze variations sur un même thème, 1938

Max Bill und Lygia Clark

Mit der Strenge in der Kunst ist es so eine Sache. Sie kann durch Klarheit und Stringenz überzeugen, mit der Zeit aber auch hermetische Züge entwickeln und dazu führen, dass ehemals davon Inspirierte eigene Wege gehen. Ein wenig verhält es sich so mit den sogenannten „Zürcher Konkreten“ und deren Einfluss auf Künstlerinnen und Künstler des 20. Jahrhunderts in Brasilien, wie die Ausstellung „Konkrete Kunst. Neoconcretismo“ im Haus Konstruktiv in Zürich jetzt zeigt.

Die Schweizer Künstler Max Bill und Richard Paul Lohse waren als Vertreter der Konkreten Kunst in den 1940er- und -50er-Jahren davon überzeugt, dass diese Richtung auf rein rationalen Maßstäben beruhen sollte. Es ging um die Suche nach mathematisch-geometrischen Ordnungsprinzipien und die Reduktion auf Farbe, Form, Raum und Licht. Dabei dachte Lohse den Ansatz gleich soziologisch mit, während Max Bill seine Konzepte auch als Architekt und Designer umsetzte. Letzterer beeinflusste eine ganze Künstlergeneration in Brasilien, als er 1951 seine Werke in São Paulo zeigte. Viele nutzten den Impuls als „konkrete“ Ausgangsbasis, um darauf aufbauend ihre eigenen Ideen zu entwickeln. Wie zum Beispiel Lygia Clark, die 1959 zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe „neoconcretismo“ gehörte. Sie plädierte zusammen mit ihren Mitstreitern für mehr Subjektivität und Partizipation in der Konkreten Kunst, während sie an deren formalen Parametern festhielt. Die Künstlerin wird gerade auch im Kunsthaus Zürich neu entdeckt.

Konkrete Kunst. Neoconcretismo
23.10.2025 – 11.1.2026
Museum Haus Konstruktiv
Limmatstr. 268
CH-8005 Zürich
Tel.: +41-44-2177080
Di – So 11 – 18 Uhr, Mi 11 – 20 Uhr
Eintritt: 18 CHF, erm. 12 CHF
www.hauskonstruktiv.ch

Text: Dr. Julia Behrens
Bild: Museum Haus Konstruktiv
Erstveröffentlichung in kunst:art 106

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