Anders Zorn in der Hamburger Kunsthalle

26.09. - 25.1.2026 | Hamburger Kunsthalle

Anders Zorn, Hamburger Hafen, 1891

Flirrende Flächen

Als „ungemein leichtfüßig“ beschreibt die Hamburger Kunsthalle den Stil des schwedischen Malers Anders Zorn (1860–1920); und wenig könnte besser passen zu diesen Werken, die selbst Menschen in kontemplativer Pose und beschaulichen Landschaften oft leicht bewegt, zuweilen gar flirrend, Leben einhauchen. Bevor Anders Zorn um 1900 in Europa mit seiner besonderen Malweise regelrecht zum Superstar avancierte, wurde er bereits im Winter 1891/92 vom damaligen Kunsthallendirektor Alfred Lichtwark nach Hamburg eingeladen. Dort entstanden seine besonderen Ansichten des Hamburger Hafens, die in Stil wie auch Bildkomposition jegliche Zivilisationszeichen den Bewegungen von Wasser und Luft zu unterwerfen scheinen und die sich nun an ihrem Entstehungsort wieder zusammenfinden: Inmitten weiterer rund 150 Werke des Malers, die in der Hamburger Kunsthalle seit September einen ausführlichen Blick auf sein Œuvre geben.

Der in einfachen Verhältnissen in der Provinz Dalarna aufgewachsene, ab seiner Studienzeit in Stockholm dann äußerst weit gereiste Künstler verzeichnete unter anderem in London und in den USA große Erfolge. Dass er in Paris von 1888 bis 1896 zentrale Jahre des Impressionismus miterlebte, hat sein Schaffen besonders intensiv geprägt; malte er doch bis 1887 primär in Aquarell und ab 1888 dann zunehmend in Öl. Und vielleicht war es genau jener Materialwechsel, der sich in seine Malweise dauerhaft einschrieb und ihr jenes aufwendig komponierte Kumulieren kleinster Farbflächen verlieh, das seine Werke bis heute flirren lässt.

Anders Zorn. Schwedens Superstar
26.09. – 25.1.2026
Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall 5
D-20095 Hamburg
Tel.: +49-40-428131200
Di – So 10 – 18 Uhr, Do 10 – 21 Uhr
Eintritt: 16 €, erm. 8 €
www.hamburger-kunsthalle.de

Text: Ninja Elisa Ohls-Felske
Bild: Hamburger Kunsthalle
Erstveröffentlichung in kunst:art 106

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