Yayoi Kusama in der Fondation Beyeler

12.10.2025 – 25.1.2026 | Fondation Beyeler

KUSAMA mit YELLOW TREE / Living Room an der Aichi Triennale, 2010

Im Universum von Punkten und Netzen

Punkte und Netze zählen zu den herausragenden Motiven der 1929 geborenen japanischen Künstlerin Yayoi Kusama, die ihr Land 1993 auf der 45. Biennale von Venedig vertreten hat. Bereits 1966 war Kusama mit ihrer Installation „Narcissus Garden“ auf der 33. Biennale von Venedig aufgefallen, obwohl sie nicht zu den offiziellen Vertretern ihres Landes zählte. Die Künstlerin hatte vor dem Eingang eine Installation mit silbrig glänzenden Kugeln aufgebaut, die sie einzeln zu einem kleinen Preis verkaufte, womit sie ihre Kritik am Kunstmarkt zum Ausdruck bringen wollte. Der Käufer des gerade erstandenen Kunstwerks in Form einer Kugel sollte sich beim Spiegeln des eigenen Gesichts auf dem Metall seiner Eitelkeit bewusst werden.

Bereits als zehnjähriges Mädchen begann Kusama mit dem Zeichnen von Blumen und Mustern aus ihrer Umgebung. Die Liebe zur Natur war Yayoi Kusama in die Wiege gelegt worden – als Tochter einer Familie, die ein Unternehmen für Pflanzen- und Saatgutzucht im japanischen Matsumoto betrieb, wuchs sie in einem Umfeld auf, das ihren persönlichen und künstlerischen Werdegang zutiefst geprägt hat.

Im Jahr 1948 zog es sie zum Studium der traditionellen japanischen Malerei nach Kyoto, wo sie sich später dem autodidaktischen Erlernen der Ölmalerei widmete. Einen ersten künstlerischen Erfolg konnte Kusama bereits 1952 verbuchen, als sie in ihrer Heimatstadt Matsumoto in einer Einzelausstellung mehr als 200 ihrer Zeichnungen und Gemälde präsentieren konnte.

Der Umzug 1957 in die USA und ein gemietetes Atelier im New Yorker East Village brachten Kontakte zu zeitgenössischen amerikanischen Künstlern. Kusama begann große Ölbilder zu malen, darunter die ersten 10 Meter langen Gemälde, die Infinity Nets, deren netzartiges Muster sich über die gesamte Leinwand zog.

Ebenfalls in New York begann Kusama mit der Arbeit an ihren sogenannten „Soft Sculptures“, die aus weichen Materialien wie Stoff bestanden und in Form von weiß getünchten phallus-artigen Ausstülpungen auf verschiedenen Sitzmöbeln von der Künstlerin angebracht worden waren. Sie sollten auf gesellschaftliche Missstände sowie häusliche und sexuelle Gewalt aufmerksam machen.

Die Fondation Beyeler zeigt die erste große Einzelausstellung von Yayoi Kusama in der Schweiz mit über 300 Werken aus allen Jahrzehnten ihres Schaffens. Präsentiert werden bislang wenig bekannte Gemälde und Zeichnungen aus den frühen 1950er-Jahren sowie Arbeiten aus der intensiven Schaffensperiode in New York bis hin zu neueren Werken, die sie seit ihrer Rückkehr nach Japan angefertigt hat.

Yayoi Kusama
12.10.2025 – 25.1.2026
Fondation Beyeler
Baselstr. 101
CH-4125 Riehen/Basel
Tel.: +41-61-6459700
Täglich 9 – 18 Uhr, Mi 9 – 20 Uhr
Eintritt: 30 CHF, erm. 25 CHF
www.fondationbeyeler.ch

Text: Karin Gerwens
Bild: Fondation Beyeler
Erstveröffentlichung in kunst:art 106

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