
Self as Spell
Selten kann mit mehr Berechtigung gesagt werden, dass sich eine Künstlerin in ihr Werk einbringt, als bei Julia Jesionek. In ihren Animationsfilmen und malerischen Arbeiten betrachtet sie aus-drücklich ihr eigenes Inneres und thematisiert damit besonders eine gesellschaftliche Verortung innerhalb von Gender-Rollen. Im vergangen Jahr schloss sie ihr Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln ab, in diesem Jahr wurde ihr der KHM Förderpreis FLINTA* zugesprochen.
Zu diesem Anlass richtete das Museum Morsbroich ihre Einzelausstellung „Self as Spell“ aus. Was thematisch ernst und im Titel gar fluchbelegt klingt, kann sich in entsprechend gruseligen Bildern entladen, wie in einzelnen Szenen ihres auf eigenen Erlebnissen und Auseinandersetzungen beru-henden Animationsfilms „Everythingness“. Typisch für ihre Arbeit ist aber auch ein oft sicher hilf-reicher, gar erforderlicher Humor, der einer seriösen Auseinandersetzung dabei nicht im Wege steht, sondern ihr zuarbeitet. Ihre Serie „Prinzessin und Made“ lässt sich ebenso tragisch wie tragi-komisch lesen. Damit erleichtert sie den Zugang zu ihrer oft durch Klischeevorstellungen und tra-dierte Voreingenommenheit blockierten Debatte der Rolle von Gender und insbesondere Selbst- und Fremdwahrnehmung von FLINTA*-Personen. Schon am Beginn ihrer Karriere ist sie damit international gefragt und bereits in Brasilien ausgestellt. In Leverkusen kann das Museum Mors-broich schon im ersten Jahr nach ihrem Studienabschluss eine vielfältige Schau präsentieren.
Julia Jesionek. Self as Spell
10.10.2025 – 25.1.2026
Museum Morsbroich
Gustav-Heinemann-Str. 80
D-51377 Leverkusen
Tel.: +49-214-4064500
Di – So 11 – 17 Uhr
Eintritt: 8 €, erm. 4 €
www.museum-morsbroich.de
Text: Christian Hofmann
Bild: Museum Morsbroich
Erstveröffentlichung in kunst:art 106







