Christine Tohmé hat sich aus persönlichen Gründen von der 18. Istanbul Biennale zurückgezogen. Die für 2026 und 2027 geplanten Phasen der Großausstellung werden ersatzlos gestrichen.
Die Istanbul Foundation for Culture and Arts (IKSV) gab Ende Dezember bekannt, dass die 18. Istanbul Biennale nach ihrer ersten Phase abgeschlossen ist, wobei die Stiftung den Rückzug der libanesischen Kuratorin als „unerwartet“ bezeichnete, ohne weitere Details zu den Umständen zu nennen. Tohmé hatte für Istanbul ein in der Geschichte der Biennale beispielloses dreijähriges Format konzipiert, das neben der Ausstellung „The Three-Legged Cat“ im Herbst 2025 auch die Gründung einer Akademie 2026 und eine abschließende Werkschau 2027 vorsah.
Die erste Phase, die vom 20. September bis zum 23. November 2025 an acht historischen Orten im Istanbuler Stadtteil Beyoğlu stattfand, verzeichnete mit 600.000 Besuchern einen Rekord in der 38-jährigen Geschichte der Biennale. Die 47 teilnehmenden Künstler aus über 30 Ländern waren erstmals seit über einem Jahrzehnt über einen Open Call ausgewählt worden, auf den fast 1.500 Bewerbungen eingingen.
Turbulenzen seit 2023
Für die IKSV ist es der zweite kuratorische Rückschlag innerhalb kurzer Zeit, nachdem die ursprünglich für 2024 geplante Biennale bereits um ein Jahr verschoben werden musste, weil die damals ernannte Kuratorin Iwona Blazwick nach Protesten gegen ihre umstrittene Berufung zurückgetreten war. Tohmé, die 1993 in Beirut die einflussreiche Kunstorganisation Ashkal Alwan gegründet hatte und 2017 die Sharjah Biennial kuratierte, galt bei ihrer Ernennung im Oktober 2024 als Kompromissbesetzung.
Die 19. Istanbul Biennale ist nun für Herbst 2027 angesetzt. Die kuratorische Leitung soll im Laufe dieses Jahres bekannt gegeben werden.
