Südafrikas Sportminister Gayton McKenzie hat den Biennale-Pavillon der Künstlerin Gabrielle Goliath abgesagt. Ihr Werk thematisiert auch palästinensische Opfer des Gaza-Kriegs.
Die Entscheidung steht in direktem Widerspruch zur offiziellen südafrikanischen Außenpolitik, da das Land Israel vor dem Internationalen Gerichtshof wegen Völkermordes verklagt. McKenzie, einziger Vertreter der rechtspopulistischen Patriotic Alliance im Kabinett und bekannt für seine pro-israelische Haltung, bezeichnete das Thema des Kunstwerks als „hochgradig spaltend“.
Die 1983 geborene Künstlerin Goliath war am 6. Dezember 2025 einstimmig von einem unabhängigen Auswahlkomitee für die 61. Biennale in Venedig nominiert worden. Ihr Werk „Elegy“ ist eine rituelle Klage in Form einer Video- und Klanginstallation, die Femizide in Südafrika, den deutschen Kolonialgenozid in Namibia sowie Frauen und Kinder thematisiert, die seit Oktober 2023 in Gaza getötet wurden.
Das Auswahlkomitee verurteilte die Absage als „Missbrauch exekutiver Autorität“ und „schwerwiegenden Verstoß gegen die in Südafrikas Verfassung verankerten Prinzipien“. Die Oppositionspartei Democratic Alliance reichte eine formelle Beschwerde bei der Public Protector ein, die mittlerweile eine Untersuchung eingeleitet hat.
Goliath und Kuratorin Ingrid Masondo haben Berufung bei Präsident Cyril Ramaphosa eingelegt. Ein Sprecher des Präsidenten betonte, Südafrikas Position zu Gaza bleibe unverändert – der Präsident sei jedoch vom Minister nicht informiert worden. McKenzie kündigte an, Südafrika werde mit einem anderen, noch nicht benannten Beitrag an der Biennale teilnehmen, die vom 9. Mai bis zum 22. November 2026 stattfindet.
