
Schönheit als bewusst erzeugte Illusion
In einer vielfältigen Praxis, die auf der Tradition der romantischen Malerei aufbaut, nutzt Karen Kilimnik (* 1955) Malerei, Zeichnung, Collage, Fotografie, Video und Installation, um nuancierte und spielerische Beobachtungen historischer Codes und Symbole zu erzeugen, die in Ausstellungen wie derzeit in der Galerie Eva Presenhuber stets neu inszeniert werden.
Um sowohl Massen- als auch Hochkultur zu genießen, sind für Kilimnik George Stubbs, Jean-Baptiste Oudry und das Ballett ebenso wichtig wie The Avengers, Kate Moss und Popmusik, wodurch solche Unterscheidungen in ihrer eigenen spezifischen Melange aus kulturellem Einfluss und Produktion aufgelöst werden. Zentral ist ein ikonografisches Archiv, das sich von höfischer Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts bis zu Film, Mode und Fernsehen erstreckt. Diese Bildquellen erscheinen jedoch nicht als einfache Zitate, sondern als wiederkehrende kulturelle Formeln, die sich überlagern und neu konfigurieren. So entstehen Bildräume, in denen sich kunsthistorische Motive mit dekorativen Elementen und popkulturellen Referenzen verschränken. Werke wie ihre oft kleinformatigen Gemälde mit aristokratischen Figuren oder filmischen Anspielungen wirken zugleich vertraut und irritierend. Ein Schlüsselbegriff für Kilimniks Arbeit ist der Glamour. Dieser wird hier nicht als bloße Oberfläche verstanden, sondern als Wahrnehmungsmacht. Ursprünglich bedeutete „Glamour“ einen Zauber, der den Blick täuscht. Schönheit erscheint als bewusst erzeugte Illusion.
12.6. – 24.7.2026
Karen Kilimnik
Galerie Eva Presenhuber
Waldmannstr. 6
CH-8001 Zürich
Tel.: +41-44-5526628
Di – Fr 11 – 18 Uhr, Sa 11 – 17 Uhr
Eintritt frei
www.presenhuber.com