
Anmut und Verzweiflung
Sie nimmt sich schon ein wenig fremd aus unter den üppigen barocken Stuckaturen der Ausstellungsräume im Schloss Achberg: Die Malerei des Karl Hofer mit ihren kreidigen Farben ist alles andere als geschmeidig oder gar gefällig. Hofer war ein Einzelgänger, der sich nicht vereinnahmen lassen wollte: Geboren 1878, war er nur wenig älter als seine Künstlerfreunde von der Gruppe Die Brücke, mit der ihn manches verband, von der ihn aber doch mehr noch unterschied. Zwar ging es auch Hofer um eine Intensivierung der Ausdrucksmöglichkeiten, doch blieb der Künstler zeitlebens weit näher als die genannten Expressionisten am Puls der Zeit, ihren gesellschaftlichen und politischen Dimensionen. Daher die Annäherung in den Zwanzigern an die Positionen der neuen Sachlichkeit und vor allem das eingehende künstlerische Abarbeiten an der Erschütterung durch Faschismus, Weltkrieg und die Not der Nachkriegsjahre. Diese Not aber, und da berührt er sich dann doch wieder mit der Emotionalität der Brücke, sieht er weniger materiell als im Sinne eines durchgreifenden moralischen Bankrotts.
„Karl Hofer. Zwischen Schönheit und Wahrheit“ zeigt mehr als sechzig Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers, der 1947, zurück im Lehramt, aus dem ihn 1936 die Nazis vertrieben hatten, noch zum Direktor der wiedereröffneten Berliner Kunstakademie wurde. Er verteidigt in dieser Stellung bis zu seinem Tod 1955 entschieden die figürliche Kunst gegen die aufkommende Dominanz der Abstraktion.
Karl Hofer. Zwischen Schönheit und Wahrheit
11.4. – 18.10.2026
Schloss Achberg
D-88147 Achberg
Tel.: +49-751-859510
Fr 14 – 18 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr
Eintritt: 8 €, erm. 7 €
www.schloss-achberg.de