Paolo Pellegrin im Kunstmuseum Wolfsburg

25.11.2023 - 26.05.2024 | Kunstmuseum Wolfsburg

Paolo Pellegrin, Disko Bay, Ilulissat, Greenland, 2021

Die Zerbrechlichkeit ist jetzt

Vornehmlich als Kriegsfotograf aus dem Kosovo, Darfur und dem Libanon wurde Paolo Pellegrin, 1964 in Rom geboren, bekannt. Wie der Mensch Krieg gegen seinen eigenen Lebensraum führt, ist Thema dieser von Dino Steinhof kuratierten Ausstellung. Nachdem Pellegrin 2017 ein Forschungsteam der NASA in die Antarktis begleitete und er das Schwinden des vermeintlich ewigen Eises beobachten konnte, ist ihm die Debatte um den Klimawandel und das Drängen auf ein politisches Handeln ein persönliches Anliegen. Mutter Erde mit all ihrer Imposanz und überwältigenden Schönheit, aber auch ihrer Fragilität und den Folgen der globalen Erderwärmung dokumentieren Pellegrins Arbeiten anhand der vier Elemente.

Kann man Empathie nur gegenüber Menschen spüren? Gewiss nicht, denn Pellegrinis fotojournalistische Dokumente sind von einer nahezu pathetischen Naturverbundenheit geprägt. Ähnlich den Literaten der Romantik oder auch dem berühmten Landschaftsfotografen Ansel Adams, stellt auch für Pellegrin die Naturwiedergabe eine Art Metasprache dar, die nicht vordergründig Natur veranschaulicht, sondern die Beschreibungen dieser als Metaphern für Empfindungen nutzt. Seine unter formal-ästhetischen Gesichtspunkten brillanten Kompositionen frei von digitaler Bildmanipulation sind einerseits als kritische Bestandsaufnahme unserer Welt zu deuten – mit all ihren durch Menschenhand verursachten, katastrophalen Spuren – und andererseits Credo für die pure Schönheit und Erhabenheit, die uns umgibt.

Paolo Pellegrin. Fragile Wunder
bis zum 26.5.2024
Kunstmuseum Wolfsburg
Hollerplatz 1
D-38440 Wolfsburg
Tel.: +49-5361-26690
Di – So 11 – 18 Uhr
Eintritt: 12 €, erm. 10 €
www.kunstmuseum.de

Text: Dr. Denise Susnja
Bild: Kunstmuseum Wolfsburg
Erstveröffentlichung in kunst:art 95