
Digitale Selbstdarstellung
Was passiert, wenn Emotionen die Musik verändern und nicht umgekehrt? Diese Frage stellten sich Zhé Wang und Daniel Heitz und entwickelten das „Mienophone“. Die Arbeit, die nun in der Ausstellung „Zwischen Bestand und e-Gestell“ zu sehen ist, besteht aus einer Glashülle in Form eines menschlichen Kopfes und einem Sensor im Inneren. Dieser Sensor erkennt Gesichtsausdrücke und wandelt sie in Töne um. Willkommen im digitalen Zeitalter, in dem die Künstler die digitalen Technologien nicht nur nutzen, sondern auch kritisch reflektieren.
Ausgangspunkt der Multimedia-Videoinstallation „My Map“ der Künstlerin Mayuko Kudo sind die Berührungspunkte zwischen Gesellschaft und digitalen Technologien. Thematisiert wird die Verlagerung zwischenmenschlicher Interaktionen und durch Erfahrung geformter Erinnerungen von physischen Räumen in digitale Welten. Die Ausstellung knüpft grundsätzlich an den Gedanken an, dass sich im Verhältnis von Mensch und Technik auch das Verhältnis des Menschen zu seiner Welt – und zu sich selbst – widerspiegelt. Die Suggestion und Simulation von Realität durch mediale Darbietungen sind kennzeichnend für die künstlerische Praxis, wie auch bei Émilie Brout und Maxime Marion. In der Videoarbeit „IDLE (acts α and β)“ wird der Betrachter mitgenommen in ein nicht-menschliches Universum, in dem nicht-menschliche Wesen leben. Sie manifestieren sich in Form schwebender, künstlich stilisierter Köpfe, die allzu menschliche Gefühle auszudrücken scheinen und eine fragile Materialität verkörpern.
Zwischen Bestand und e-Gestell
5.7. – 14.9.2025
Städtische Galerie
Friedrich-Ebert-Str. 35
D-78054 Villingen-Schwenningen
Tel.: +49-7720-821095
Di – So 13 – 18 Uhr, Do 13 – 20 Uhr
Eintritt: 5 €, erm. 3 €
galerie.villingen-schwenningen.de
Text: Stefan Simon
Bild: Städtische Galerie
Erstveröffentlichung in kunst:art 104








