
Kunst ist weiblich
Die Malerin Marguerite Frey-Surbeck (1886–1981) war sozial und politisch engagiert. Die Künstlerin war eng mit dem Schloss Spiez verbunden und das Haus widmet seine diesjährige Kunstausstellung Künstlerinnen, die wie Frey-Surbeck eine Beziehung zum Berner Oberland und Bern hatten. Martha Stettler (1870–1945) lebte mit ihrer Partnerin Alice Dannenberg in Paris und stellte als erste Frau für die Schweiz 1920 auf der Biennale in Venedig aus. Anna Gustavine Spühler (1872–1962) arbeitete als Kunstlehrerin, ging aber unabhängig davon ihrem eigenen Schaffen nach. Hanni Bay (1885–1978) war Absolventin der Kunstgewerbeschule Bern und heiratete 1910 Albert Hinz. Die Ehe wurde 1925 geschieden und sie zog ihre drei Töchter in Zürich alleine groß. 1942 übersiedelte sie nach Bern und verschrieb sich der Landschaftsmalerei.
Margrit Linck (1897–1983) führte ab 1935 ihre eigene Töpferei in Wabern bei Bern und ab 1941 in Reichenbach (Gemeinde Zollikofen). Gertrud Guyer Wyrsch (1920–2013) erhielt 1948 das bedeutendste private Kunststipendium des Kantons Bern und erlernte mit 88 Jahren das Schweißen, um mit Metall arbeiten zu können. Marguerite Saegesser (1922–2011) zog es von der Bildhauerei in der Wahlheimat USA zur Grafik. Martina Lauinger (1962–2020) war Deutsche, die in der Schweiz und erst spät zur Kunst und Eisen fand. So unterschiedlich die Lebenswege der sieben Künstlerinnen sind, eines eint sie: Sie haben sich auf einem von Männern dominierten Kunstmarkt durchgesetzt.
Zwischen Tradition und Moderne. Künstlerinnen im Fokus
27.6. – 19.10.2025
Schloss Spiez
Schlossstr. 16
CH-3700 Spiez
Tel.: +41-33-6541506
Mo 14 – 18 Uhr, Di – So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 16 CHF, erm. 14 CHF
www.schloss-spiez.ch
Text: Nadja Naumann
Bild: Schloss Spiez
Erstveröffentlichung in kunst:art 104






![Carol Rama Annunciazione [Verkündigung], 1985](https://www.kunst-mag.de/wp-content/uploads/Seite_15_Rechts-1-326x245.jpg)
