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Epstein-Akten legen Leon Blacks Kunstsammlung offen

Die vom US-Justizministerium freigegebenen Epstein-Dokumente enthüllen erstmals die Kunstsammlung des Milliardärs Leon Black. Zu den rund 935 Werken gehören Arbeiten von Munch, Schiele und Picasso.

Ende Januar veröffentlichte das US-Justizministerium über drei Millionen Seiten aus dem Nachlass des 2019 verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, darunter eine Christie’s-Bewertungsliste aus dem Jahr 2016, die den Umfang der Sammlung des Private-Equity-Gründers Leon Black auf einen Gesamtwert von 2,7 Milliarden US-Dollar beziffert. Black, der die Investmentfirma Apollo Global Management gründete, zahlte zwischen 2012 und 2017 insgesamt 170 Millionen Dollar an Epstein und war damit dessen größter Einzelfinanzier, wobei ihn Epstein in internen E-Mails als „Mr. Big“ bezeichnete und 40 Millionen Dollar jährlich für seine Dienste forderte.

Zu den identifizierten Hauptwerken zählen Edvard Munchs Pastellfassung von „Der Schrei“ aus dem Jahr 1895, die Black 2012 für 119,9 Millionen Dollar ersteigerte, eine Picasso-Skulptur mit dem Titel „Buste de Femme (Marie-Thérèse)“ für 115 Millionen Dollar sowie eine Raphael-Zeichnung für 47,5 Millionen Dollar. Die E-Mails belegen, dass Epstein den Erwerb der Picasso-Skulptur über die Galerie Gagosian persönlich koordinierte und die Transaktion über Monate hinweg begleitete.

Schiele und Beckmann: Gemeinsame Erwerbungen mit Ronald Lauder

Für die deutschsprachige Kunstwelt ist der Nachweis von Egon Schieles „Flusslandschaft mit zwei Bäumen“ von 1913 in Blacks Besitz von besonderem Interesse. Die Akten dokumentieren darüber hinaus gemeinsame Erwerbungen mit Ronald Lauder, dem Gründer der Neue Galerie in New York: Max Beckmanns „Selbstporträt mit Horn“ von 1938, ein Ölgemälde aus den ersten Exilmonaten des Künstlers in Amsterdam, gehört Black und Lauder je zur Hälfte. Ein Selbstporträt von Paula Modersohn-Becker aus dem Jahr 1907 wurde ebenfalls gemeinsam erworben und als geteilte Schenkung an das MoMA und die Neue Galerie übergeben.

Die Dokumente zeigen, dass Epstein Blacks Kunstgeschäfte systematisch über verschachtelte Briefkastenfirmen und steuerfreie Tauschtransaktionen strukturierte. So tauschte Black 2012 ein Rothko-Gemälde im Wert von 46 Millionen Dollar über Gagosian gegen einen Picasso für 48 Millionen Dollar, wobei die erzielten Steuerersparnisse insgesamt auf bis zu zwei Milliarden Dollar geschätzt werden.

Black war von 2018 bis 2021 Vorsitzender des Board of Trustees am Museum of Modern Art in New York und trat nach öffentlichem Druck durch mehr als 150 Künstler zurück, bleibt dem Gremium jedoch als Trustee erhalten. Im August 2023 zahlte er 62,5 Millionen Dollar an die US Virgin Islands, um alle Epstein-bezogenen Klagen beizulegen, wobei die Vereinbarung festhielt, dass Epstein Blacks Gelder teilweise zur Finanzierung seiner kriminellen Aktivitäten verwendet hatte.

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