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Trump will Kennedy Center in Washington für zwei Jahre schließen

US-Präsident Trump hat die Schließung des Kennedy Centers ab dem 4. Juli angekündigt. Nach der Umbenennung des Kulturhauses hatte ein Künstlerboykott den Spielbetrieb in eine schwere Krise gestürzt.

Das 1971 eröffnete Kulturzentrum in Washington D.C., das als lebendes Denkmal für den 1963 ermordeten Präsidenten John F. Kennedy errichtet wurde, soll am amerikanischen Nationalfeiertag für rund zwei Jahre schließen. Trump sprach auf seiner Plattform Truth Social von einem „complete rebuilding“ und bezifferte die Kosten auf 200 Millionen Dollar. Das Gebäude werde nicht abgerissen, erklärte er wenig später im Oval Office, doch Teile der Marmorverkleidung sollen entfernt und die Stahlstruktur freigelegt werden.

Die Ankündigung folgt auf monatelange Konflikte, die im Februar 2025 mit Trumps Übernahme des Verwaltungsrats begannen. Er entließ mehrere Mitglieder, darunter den größten Einzelspender David Rubenstein, und ließ sich selbst zum Vorsitzenden wählen. Im Dezember 2025 stimmte das neu besetzte Gremium für die Umbenennung in „The Donald J. Trump and The John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts“, woraufhin eine Welle von Absagen einsetzte. Das Musical Hamilton zog sein Engagement zurück, die Washington National Opera verließ nach 54 Jahren ihre Residenz, und der Komponist Philip Glass zog die Weltpremiere seiner neuen Symphonie ab. Zuletzt blieben 43 Prozent der Plätze unverkauft, gegenüber sieben Prozent im Vorjahr.

Die Kennedy-Familie reagierte mit scharfer Kritik. JFK-Enkel Jack Schlossberg sprach von einem Angriff auf das Vermächtnis seines Großvaters, während demokratische Abgeordnete sowohl die Umbenennung als auch die Schließung juristisch anfechten. Der offizielle Name des Zentrums ist im Bundesgesetz verankert, und Baumaßnahmen dieser Größenordnung dürften die Zustimmung des Kongresses erfordern. Rund 2.500 Beschäftigte erfuhren von den Plänen über soziale Medien, da weder Gewerkschaften noch das Board vorab informiert worden waren.

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