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National Gallery London kündigt Stellenabbau und Programmkürzungen an

Die National Gallery in London steht vor einem Defizit von 8,2 Millionen Pfund für das kommende Geschäftsjahr. Alle rund 500 Beschäftigten wurden aufgefordert, sich für ein freiwilliges Ausscheidungsprogramm zu melden.

Wie das Art Newspaper am Donnerstag berichtete, hat die Museumsleitung unter Direktor Sir Gabriele Finaldi die Belegschaft über die Finanzlage informiert und ein sogenanntes Voluntary Exit Scheme gestartet, das bis zum 16. März 2026 läuft. Sollten sich nicht genügend Freiwillige melden, drohen Zwangsentlassungen. Betroffen sind auch die Beschäftigten der kommerziellen Tochtergesellschaft National Gallery Global Limited.

Neben dem Personalabbau plant das Museum, Teile seines Ausstellungs- und Bildungsprogramms zu streichen und die Ticketpreise für Sonderausstellungen zu erhöhen. Das Haus am Trafalgar Square nannte steigende Betriebskosten, höhere Arbeitgeberabgaben und kommerziellen Druck als Ursachen. Die Besucherzahlen liegen mit 3,8 Millionen pro Jahr weiterhin deutlich unter dem Vor-Pandemie-Niveau von sechs Millionen, wobei die Mehrheit der Gäste lediglich die kostenfreie Dauerausstellung nutzt.

Nicht betroffen von den Sparmaßnahmen ist das Großprojekt „Project Domani“, ein geplanter Museumsneubau mit einem Spendenvolumen von 750 Millionen Pfund, für den bereits die Hälfte der Mittel zugesagt ist.

Die National Gallery ist mit ihrer Krise nicht allein. Die Tate-Gruppe, die Royal Academy, der National Trust und English Heritage haben in den vergangenen Monaten bereits Hunderte Stellen abgebaut. Der jährliche Staatszuschuss von 32 Millionen Pfund deckt nur einen Teil des Budgets, und die reale Pro-Kopf-Kulturfinanzierung in Großbritannien ist seit 2010 um rund ein Drittel gesunken. Das britische Parlament hat eine Untersuchung zur finanziellen Resilienz staatlich geförderter Museen eingeleitet, deren Ergebnisse in den kommenden Wochen erwartet werden.

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