
Das Paradies auf Erden
Noch bis Ende August sind in Osnabrück rund achtzig Grafiken, Fotografien, Zitate und Filmmaterial eines der Ausnahmetalente des 20. Jahrhunderts, Friedrich „Fritz“ Stowasser – besser bekannt als Friedensreich Hundertwasser – zu sehen. Die Farbgebung ist wesentliche Triebfeder und Erkennungsmerkmal des Künstlers. Durch ihren speziellen Einsatz sind Hundertwassers Werke sofort als die seinen zu erkennen. Leuchtende und intensive Farben, starke Komplementärkontraste, viel Gold und Silber gehören immerfort zu seinem Habitus, mit dem er einen mannigfaltigen, bisweilen kindlich-poetischen Kosmos schuf, der bis heute nichts an Brisanz und Aktualität eingebüßt hat. Neben der Malerei widmete sich Hundertwasser auch der Architektur und war als Aktivist tätig. Umweltschutz und Menschenrechte sind dem asketisch lebenden Künstler stets ein Anliegen gewesen. Die Schönheit, aber auch die Fragilität unserer Umwelt wurde immerfort in den Mittelpunkt seines Schaffens gestellt.
Thematisch spüren die Arbeiten Hundertwassers, der im totalitären System des Nationalsozialismus aufwuchs, daher auch stets einem Gefühl von Freiheit, Autonomie und vor allem Naturfaszination nach. Begeistert von Egon Schiele und Gustav Klimt, Walter Kampmann oder Paul Klee, gelangweilt hingegen von der reinen akademischen Lehre, fand er künstlerischen Input vor allem bei seinen zahlreichen Reisen durch Italien, Spanien und Nordafrika. Die Natur per se bleibt seine unverkennbare Inspirationsquelle, sein ökologisches Engagement tief in seiner Person verwurzelt.
Friedensreich Hundertwasser
01.04. – 31.8.2025
Felix-Nussbaum-Haus
Lotter Str. 2
D-49078 Osnabrück
Tel.: +49-541-3232207
Di – Fr 11 – 18 Uhr, Sa + So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 8 €, erm. 6 €
www.museumsquartier-osnabrueck.de
Text: Paula Wunderlich
Bild: Felix-Nussbaum-Haus
Erstveröffentlichung in kunst:art 104






