
Die Segel voll im Wind
Ort und Kunst passen wirklich prima zusammen: Das Kunstmuseum in Ahrenshoop, nur einen Steinwurf von der Ostsee entfernt, und die Bilder von Feininger mit seinem Lieblingssujet Schiffe. Aber halt, welcher Feininger denn? Aus der künstlerisch hochaktiven Familie ist es der jüngste Sohn des Bauhauslehrers Lyonel Feininger, als Theodore Lukas 1910 in Berlin geboren, bekannter aber unter dem prägnanten Wahlnamen T. Lux Feininger. Wie der Lebensweg des berühmten Vaters kreuzte auch der von T. Lux mehrfach den Atlantik: Der vielseitige Künstler, Fotograf (in dieser Eigenschaft bitte nicht verwechseln mit dem älteren Bruder Andreas!), Bühnenbildner und Gebrauchsgrafiker starb 2011 mit 101 Jahren in Cambridge, Massachusetts.
Ein langes und in so vielen Feldern produktives Leben, fürwahr, aber ein charakteristisches Element taucht in den verschiedensten Erscheinungsformen immer wieder auf. Es ist die Auseinandersetzung mit der Themen- und Motivwelt des Vaters Lyonel, ganz besonders mit dem Sujet des Schiffes. Aber dessen in flirrender Ferne nur schemenhaft zu erkennende Schiffe sind beim Sohn ungleich schärfer geworden, näher gerückt und vor allem in ganz charakteristischer Untersicht, welche Dynamik und Geschwindigkeit betont. Ganz ähnlich die Perspektive auf Seemänner und Passagiere, als gelängte Silhouetten überschlank gegen den Himmel gestellt. Die Wirkung der effektvollen und farbschönen Malerei oszilliert irgendwo zwischen alter Romantik und moderner Werbeästhetik.
T. Lux Feininger. Moderne Romantik
28.6. – 5.10.2025
Kunstmuseum Ahrenshoop
Weg zum Hohen Ufer 36
D-18347 Ostseebad Ahrenshoop
Tel.: +49-38220-66790
Di – So 11 – 18 Uhr
Eintritt: 10 €, erm. 4-5 €
www.kunstmuseum-ahrenshoop.de
Text: Dieter Begemann
Bild: Kunstmuseum Ahrenshoop
Erstveröffentlichung in kunst:art 104







