Der erste Bauabschnitt der Sanierung des Pergamonmuseums ist abgeschlossen. Ab Frühjahr 2027 wird der weltberühmte Pergamonaltar erstmals seit 2014 wieder zu sehen sein.
Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz verkündete am 4. Dezember den Abschluss der Arbeiten am Nordflügel und Teilen des Mittelbaus, womit die seit 2013 laufende Grundinstandsetzung einen wichtigen Meilenstein erreicht hat. SPK-Präsidentin Marion Ackermann sprach davon, dass man nun „offiziell den Countdown runterzuzählen“ beginne, während Kulturstaatsminister Wolfram Weimer das Pergamonmuseum als „Weltstar unter den deutschen Museen“ würdigte.
Bei der Teileröffnung 2027 präsentiert sich der Pergamonsaal in neuem Licht: Nach einer umfassenden Oberflächenrestaurierung soll die rekonstruierte Westfront des hellenistischen Altars deutlich heller erscheinen als vor der Schließung. Das Museum für Islamische Kunst wird mit doppelter Ausstellungsfläche auf zwei Ebenen wiedereröffnen, wobei Architekturexponate wie das Aleppo-Zimmer und die Alhambra-Kuppel bereits vollständig eingebaut sind. Der Zugang erfolgt zunächst über die Kolonnaden an der Ostseite, da der Ehrenhof weiterhin als Baustellenfläche dient.
Südflügel bleibt weitere zwölf Jahre geschlossen
Deutlich länger müssen Besucher auf das Ischtar-Tor, das Markttor von Milet und die Prozessionsstraße von Babylon warten, zumal der gesamte Südflügel erst 2037 fertiggestellt werden soll. Die monumentalen Exponate verbleiben fest eingebaut im Gebäude und werden während der Bauarbeiten mit Schutzverkleidungen gesichert. Im März 2025 hatten rund 12.000 Besucher bei letzten „Besuchertagen“ noch einmal Gelegenheit, diese Großarchitekturen vor der mehrjährigen Schließung zu sehen.
Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich mittlerweile auf rund 1,5 Milliarden Euro, wobei der erste Bauabschnitt mit 489 Millionen Euro zu Buche schlägt und für den zweiten Abschnitt weitere 722 Millionen Euro plus Risikorücklagen veranschlagt sind. Ursprünglich hatte der 1999 beschlossene Masterplan Museumsinsel eine Fertigstellung bis 2010 bei Kosten von etwa 250 Millionen Euro vorgesehen. Das seit 1930 nie grundsanierte Gebäude erwies sich jedoch als weit maroder als erwartet: Durchfeuchtung, nicht behobene Kriegsschäden und der schwierige Baugrund auf einer eiszeitlichen Schlammrinne machten umfangreiche Zusatzarbeiten erforderlich.
