
Zwischen Licht und Zeit
Die Ausstellung „Von London nach Venedig“ verdichtet ein vielschichtiges Bild europäischer Kunst- und Reisebewegungen. Ausgangspunkt ist die Stadt als Bild, das sich in Stadtansichten, atmosphärischen Studien und architektonischen Fragmenten entfaltet. Die Städte erscheinen als Projektionsflächen von Licht, Atmosphäre und Erinnerung. Die Gegenüberstellung von urbaner Dichte und venezianischer Fragilität schärft den Blick für Wahrnehmung und Wandel. Im Fokus stehen der US-Amerikaner und Wahl-Londoner James McNeill Whistler (1834–1903) und der japanische Künstler Hiroyuki Masuyama (* 1968). Whistlers Radierungen und Lithografien zeigen ein flüchtiges Sehen: Seine Ansichten der Themse und Venedigs lösen Architektur in feinste Tonwerte auf. Stadt erscheint als Stimmung, als Moment des Übergangs.
Masuyama greift diese Perspektiven auf, indem er Whistlers Standorte aufsucht und aus zahlreichen Fotografien digitale Bildräume entwickelt. Seine Lichtkästen verdichten Zeit und Bewegung zu leuchtenden Tableaus, in denen historische und gegenwärtige Ansichten verschmelzen. Ergänzt durch Papierarbeiten und Installationen erweitert sich der Blick auf Fragen von Zeit, Raum und Erinnerung. Der Dialog lebt von der Differenz: Whistlers Reduktion trifft auf Masuyamas Verdichtung. Beide verbindet jedoch das Interesse am Licht als zentrales Gestaltungsmittel. So entsteht eine konzentrierte Ausstellung, die historische Kontinuitäten sichtbar macht und Wahrnehmung als dynamischen Prozess begreift.
26.4. – 5.7.2026
Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus
François-Lachenal-Platz 1
D-55218 Ingelheim am Rhein
Tel.: +49-6132-772075
Di – Fr 11 – 18.30 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr
Eintritt: 8 €, erm. 6 €
www.internationale-tage.de